Wenn ein Studio voller ehemaliger Respawn-Größen ein neues PvP-Spiel droppt, hört man automatisch genauer hin. Und genau das passierte zum Abschluss der Game Awards, als Wildlight Entertainment seinen Debüt-Titel Highguard mit einem fast dreiminütigen Trailer enthüllte – einer dieser Momente, in denen man spürt, dass ein Studio weiß, wie man Timing und Inszenierung zusammenbringt.
Highguard erscheint bereits am 26. Januar als Free-to-Play-Titel auf PC, PS5 und Xbox Series X|S. Bis dahin dient die neue Steam-Seite als Vorgeschmack, und sie liest sich wie eine Liebeserklärung an alles, was Respawn-Fans so lange vermisst haben: schnelle Fights, charaktergetriebene Kits, und ein Movement-Fokus, der Shooter nicht nur auf Aim reduziert, sondern auf Flow.
Ein Raid-Shooter, der sich nicht wie der nächste BR anfühlt
Highguard beschreibt sich selbst als PvP-Raid-Shooter, und der Trailer deutet genau das an: Es geht nicht um klassische Deathmatches, sondern um Teams, die um eine Shieldbreaker-Waffe kämpfen, gegnerische Basen aufbrechen und Territorium sichern. Alles ist in diesem Hybridstil gehalten, der Wildlight sofort wiedererkennbar macht – irgendwo zwischen mythischer Fantasy, schweren Rüstungen, und modernen Schusswaffen, mit Warden-Fähigkeiten, die sich wie kleine Power-Momente anfühlen.
Dazu kommen Mounts, die das Traversal deutlich beschleunigen, und eine Map-Architektur, die viel stärker auf vertikale Kontrolle setzt als das übliche Drei-Lanes-Denken. Es wirkt, als hätten sie ein Shooter-Genre gesucht, das es noch nicht wirklich gibt, und dann mit viel Respawn-DNA gefüllt.
Esport? Noch nicht offiziell – aber das Potenzial liegt klar auf der Hand
Aktuell gibt es keine Ankündigung, dass Wildlight Highguard in Richtung Esport entwickelt. Trotzdem liest sich das Spiel wie ein Szenario, das kompetitive Strukturen geradezu einlädt. Der Kern-Loop – Raiden, Rotieren, Kontrollpunkte brechen – ist praktisch dafür gebaut, Teams eine Identität zu geben. Nicht Battle Royale wie Apex, nicht taktisch wie VALORANT, sondern ein eigenes Tempo mit Zielsetzung und klaren Power-Spikes.
Ob daraus ein richtiger Esport entsteht, hängt jedoch von zwei Dingen ab: der Spielerbasis zum Launch und dem Willen des Studios, das Spiel kompetitiv zu rahmen. Wildlight weiß, wie eine globale Competitive-Community funktioniert, aber ob sie diesen Weg gehen wollen, bleibt offen.
Highguard fühlt sich gerade wie eines dieser Spiele an, das entweder komplett explodiert – oder still zum Geheimtipp wird, der langsam in Turnierszenen hineinwächst. Beides wäre für ein Debüt eines neu gegründeten Studios fast schon ein Erfolg.