ALGS Year 5 Championship: Tag zwei stellt alles auf den Kopf

Linda Güster
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Inhaltsverzeichnis
  1. Team Falcons setzen früh den Maßstab
  2. Supernova explodiert im perfekten Moment
  3. Gen.G und Shopify Rebellion melden sich zurück
  4. Ein Finale, das trotzdem nicht reichte
  5. 100 Punkte sind kein Sicherheitsnetz mehr
  6. Was jetzt folgt
ALGS Year 5 Championship
Image credit: Playapexesports via YouTube

Der zweite Tag der Group Stage bei der Apex Legends Global Series Year 5 Championship fühlte sich weniger nach Routine und mehr nach Eskalation an. Tabellen kippten, Favoriten wackelten, Außenseiter spielten sich in den Vordergrund – und am Ende reichten selbst 100 Punkte nicht mehr, um sicher im Upper Bracket zu landen. Wer dachte, Tag eins hätte bereits das Maximum an Drama geliefert, wurde hier eines Besseren belehrt.

Nach den letzten beiden Serien, Group B gegen C und Group A gegen D, war klar: Diese Group Stage gehört zu den engsten, die das Turnier je gesehen hat. Jeder Fight zählte, jede Rotation wurde bestraft, und selbskleinste t Fehler hatten massive Konsequenzen für den weiteren Turnierverlauf.

Team Falcons setzen früh den Maßstab

Über zwei Tage hinweg war an Team Falcons kein Vorbeikommen. Mit insgesamt 166 Punkten beendete das Team die Group Stage auf Platz eins – acht Zähler vor UNLIMITED und nur wenige Punkte vor einem komplett verdichteten Verfolgerfeld. Bemerkenswert daran ist nicht nur die Konstanz, sondern der Kontext: Falcons hatten sich ihre komfortable Ausgangslage bereits am ersten Tag erarbeitet und gingen entsprechend kontrolliert in Tag zwei.

Selbst als der zweite Spieltag nicht mehr ganz so dominant ausfiel und nur 43 weitere Punkte hinzukamen, reichte das souverän, um ganz oben zu bleiben. Dass dies trotz der Einschränkungen rund um Philip “ImperialHal” Dosen geschah, unterstreicht, warum Falcons als einer der Top-Favoriten auf den Titel gelten. Sie mussten am zweiten Tag nichts erzwingen – sie verwalteten ihre Position wie ein Team, das weiß, wann Zurückhaltung genauso wertvoll ist wie Aggression.

Supernova explodiert im perfekten Moment

Wenn Falcons für Kontrolle standen, dann war Supernova das personifizierte Momentum. Nach einem schwachen ersten Tag, der sie nur auf Rang 24 mit 60 Punkten brachte, sah es zwischenzeitlich düster aus. Doch in Group A gegen D folgte eine der beeindruckendsten Serien der gesamten Group Stage.

Mehrere First-Place-Finishes, saubere Endgames und aggressive Entscheidungen im richtigen Moment katapultierten Supernova nach oben. Siege auf Storm Point, zweistellige Eliminationszahlen und ein klarer Gameplan sorgten dafür, dass sie den Sprung ins Upper Bracket schafften und den Tag schließlich auf Platz fünf beendeten. Es war genau die Art von Leistung, die man in einem Format braucht, das keinen Raum für langsames Aufwärmen lässt.

Gen.G und Shopify Rebellion melden sich zurück

Auch Gen.G Esports und Shopify Rebellion nutzten Tag zwei, um ihre Geschichten umzuschreiben. Beide Teams waren am ersten Tag überraschend unauffällig geblieben und schienen kurzzeitig den Anschluss zu verlieren. Doch in Group B gegen C kam die Antwort.

Gen.G legte mit einem Sieg auf Storm Point los und setzte mit einem weiteren Match-Win ein klares Zeichen. Saubere Teamfights, gutes Timing in chaotischen Final Rings und die Fähigkeit, geschwächte Gegner sofort zu bestrafen, machten den Unterschied. Shopify Rebellion brauchte etwas länger, fand aber spätestens mit dem Map-Wechsel auf Olympus in den Rhythmus. Der erste Sieg des Turniers kam genau zur richtigen Zeit und reichte, um sich doch noch einen Platz im Upper Bracket zu sichern.

Ein Finale, das trotzdem nicht reichte

Der vielleicht bitterste Moment des Tages gehörte Crazy Thieves. Im letzten Spiel von Group A gegen D lief alles auf ein klassisches Alles-oder-nichts-Szenario hinaus. Drei Teams, ein Final Ring, ein letzter Fight. Crazy Thieves gewannen das Spiel, entschieden den letzten Gunfight für sich – und schieden trotzdem aus dem Upper Bracket aus.

Der Grund: Ninjas in Pyjamas hatten in der Gesamtabrechnung zwei Punkte mehr gesammelt. 103 zu 101. Zwei Punkte entschieden darüber, wer weiter oben starten darf und wer den deutlich härteren Weg durch die Lower Bracket antreten muss. Es war ein Moment, der perfekt zusammenfasste, wie brutal dieses Format sein kann.

100 Punkte sind kein Sicherheitsnetz mehr

Vielleicht die wichtigste Erkenntnis dieser Group Stage: 100 Punkte garantieren nichts mehr. Zum ersten Mal in der Geschichte der ALGS Championship reichte diese Marke nicht automatisch für das Upper Bracket. Crazy Thieves, FaZe Clan und ROC Esports knackten alle die dreistellige Grenze – und starten trotzdem unten.

Gleichzeitig zeigte sich, wie wertvoll ein starker erster Tag sein kann. Teams wie Alliance schwächelten am zweiten Tag deutlich, konnten sich aber dank ihres frühen Polsters trotzdem retten. Konstanz schlägt einzelne Glanzmomente, selbst in einem Feld, das so eng beieinander liegt wie dieses.

Was jetzt folgt

Mit dem Abschluss der Group Stage sind die Fronten klar. Die besten 20 Teams starten im Upper Bracket, die restlichen 20 müssen durch die Lower Bracket – wo jeder Fehler das sofortige Aus bedeuten kann. Der Bracket Stage Day entscheidet, wer realistische Chancen auf das Finale hat und wer den Traum vom Titel früh begraben muss.

Was bleibt, ist das Gefühl, dass diese Championship noch lange nicht entschieden ist. Die Abstände sind minimal, das Momentum wechselt schnell, und selbst absolute Top-Teams sind nicht vor einem frühen Absturz gefeit. Wenn die nächsten Tage auch nur annähernd so verlaufen wie dieser zweite Group-Stage-Tag, dann steht uns eines der intensivsten ALGS-Finals aller Zeiten bevor.

Linda Güster

Journalistin
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Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
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