Mitten im laufenden Qualifier, ohne großes Zögern und ziemlich konsequent: ESL hat bestätigt, dass ab sofort alle Matches der ESL Pro Tour auf dem neuesten Counter-Strike-2-Patch gespielt werden. Der Patch, der am 21. Januar veröffentlicht wurde, ist damit nicht nur Theorie oder Scrim-Material, sondern sofort Turnierrealität.
Los geht es direkt mit den verbleibenden Partien des IEM Rio 2026 Global Qualifier. Online wie offline gilt künftig dieselbe Grundlage – inklusive überarbeitetem Anubis, angepasster Movement-Logik und spürbar stärkeren MP7- und MP5-SD-Werten.
Neuer Patch, keine Übergangsphase
Die Entscheidung fiel am 22. Januar und kommt bewusst ohne Schonfrist. Teams müssen sich nicht nur auf das neue Anubis-Layout einstellen, sondern auch auf subtick-basiertes Jumping und veränderte Timings beim Movement. Gerade in einer Phase, in der ohnehin wenig Raum für Anpassung bleibt, ist das ein klarer Einschnitt.
Zeitlich fällt der Wechsel direkt nach dem ersten Qualifier-Tag für IEM Rio, an dem unter anderem Fnatic und BC.Game früh ausgeschieden sind. Von den 16 Teams sichern sich nur zwei Tickets für das Main Event im April – und ab jetzt eben unter neuen Bedingungen.
Auch Tier-1-Events betroffen
Der Patch-Wechsel beschränkt sich nicht auf Online-Matches. Auch die kommenden LAN-Turniere der ESL laufen ab sofort auf der neuen Version. Das erste große Event, das davon betroffen ist, ist IEM Kraków, das Ende Januar startet.
Damit ist ESL der erste große Turnierveranstalter, der den aktuellen Patch vollständig in den Regelbetrieb übernimmt. BLAST geht einen anderen Weg und setzt beim laufenden BLAST Bounty weiterhin auf eine frühere Version, wodurch das neue Anubis dort vorerst keine Rolle spielt.
Ein dichtes CS-Jahr vor der Brust
Die ESL Pro Tour bleibt auch in diesem Jahr eines der zentralen Gerüste des CS2-Kalenders. Neben IEM Kraków stehen weitere Stationen in Rio de Janeiro, Atlanta, China und Cologne an, dazu kommen die nächsten Saisons der ESL Pro League. Das Cologne-Event wird im Sommer zudem als Major ausgetragen.
Dass ESL so früh auf den neuen Patch wechselt, passt zur eigenen Positionierung: lieber schnell Klarheit schaffen als Wochen mit parallelen Versionen. Für Teams bedeutet das Stress, für Fans vermutlich Chaos – aber genau solche Phasen haben Counter-Strike schon immer geprägt. Wie gut die Szene mit dem neuen Anubis und den Meta-Änderungen klarkommt, wird sich nicht in Monaten zeigen, sondern in wenigen Tagen.