Zwei Wochen nach dem Start der neuen Season greift Riot Games erstmals spürbar ins Gleichgewicht ein. Patch 26.2 soll einige der aktuell stärksten Picks einbremsen, während andere Champions gezielt wieder angeschoben werden. Der Patch geht am 22. Januar live und dürfte vor allem im Jungle spürbar nachhallen – sowohl in Solo Queue als auch im kompetitiven Umfeld von League of Legends.
Noch ist nichts festgefahren, aber die Richtung ist klar: weniger freies Powerfarmen ohne Gegenwehr, mehr Struktur im frühen Spiel.
Warum der Jungle im Fokus steht
Der auffälligste Teil von Patch 26.2 sind die Nerfs im Jungle-Pool. Gwen, Lillia, Nunu & Willump, Zed, Jayce und auch Malphite verlieren an Schlagkraft. Gerade Gwen und Lillia hatten sich zuletzt zu extrem effizienten Farming-Maschinen entwickelt, begünstigt durch neue Item-Pfade und eine Meta, die Ganks weniger zuverlässig macht.
Mit Faelights als neuem Faktor und dem Wegfall von Atakhan liegt der Schwerpunkt aktuell stark auf Tempo, Camps und Ressourcenvorteilen. Riot versucht hier gegenzusteuern, ohne das gesamte System wieder umzuschmeißen. Besonders Zed trifft es deutlicher, da sein Jungle-Monster-Modifikator reduziert wird – ein klares Signal, dass seine Flex-Rolle zuletzt zu viel Value geliefert hat.
Auch Jayce bleibt trotz Q-Nerf ein Kandidat für Draft-Flexibilität, dürfte aber etwas an Priorität verlieren. Ähnliches gilt für Malphite, dessen Allround-Tauglichkeit in Top und Jungle zuletzt schlicht zu zuverlässig war.
Neben Champions bekommt auch ein Item einen Dämpfer: Bandlepipes wird um 300 Gold teurer. Für Supports mit Crowd Control war das Item aktuell fast immer ein Auto-Buy, was Riot so nicht stehen lassen wollte.
Varus und Taliyah rücken nach vorne
Auf der anderen Seite des Patches stehen gezielte Buffs. Varus bekommt mehr Schaden auf Q und W, was ihn wieder stärker in den Fokus rücken dürfte – gerade als Lane-starker Pick mit frühem Druck. Seine Rolle als sichere Alternative zu reinen Scaling-ADCs wird damit wieder attraktiver.
Auch Taliyah profitiert, vor allem durch erhöhten Bonus-Schaden an Monstern. Das öffnet erneut die Tür für Mid-Jungle-Flexes, was im Draft zusätzliche Optionen schafft. Master Yi und Viego erhalten ebenfalls kleinere Anpassungen, die ihre Clear-Speed verbessern, ohne sie direkt an die Spitze der Meta zu katapultieren.
Erste Auswirkungen auf das kompetitive Spiel
Für den Esport lässt sich noch kein endgültiges Bild zeichnen, aber die Tendenz geht in Richtung Mid-Priorität. Teams, die ihre Midlaner früh ins Rollen bringen können – oft auf skalierenden Mages – haben aktuell klare Vorteile. Dafür braucht es stabile Bot-Lanes, die Raum schaffen, damit Support und Jungle roamen können.
Trotzdem bleibt das Late Game relevant. Durch Role Quests und anhaltend hohe DPS-Werte dominieren weiterhin Champions wie Aphelios, Corki oder Yunara die späten Teamfights. Varus war hier bislang eher die Ausnahme dank seines starken Early Games – mit den Buffs könnte genau das wieder häufiger zu sehen sein.
Jayce und Sivir dürften etwas an Glanz verlieren, verschwinden aber nicht aus dem Pool. Gerade im Fearless-Format behalten solche Picks ihren Wert, selbst wenn sie nicht mehr ganz oben stehen.
Patch 26.2 ist kein Umbruch, sondern ein Feinschliff. Aber genau diese kleinen Eingriffe entscheiden oft darüber, welche Teams das Tempo vorgeben – und welche hinterherlaufen.