LPL schrumpft: FunPlus Phoenix und RNG verlieren ihren Slot

Ben Touati
Jasmin Bosley
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Inhaltsverzeichnis
  1. Franchise-Plätze werden zur Verhandlungsmasse
  2. Wenn Schulden die Legenden bremsen
  3. Ein Abschied mit Symbolkraft
  4. Was mit den Plätzen passiert
  5. Fazit

Die chinesische League of Legends Topliga LPL startet 2026 mit zwei Teams weniger. Das Traditionsunternehmen FunPlus Phoenix hat seinen Franchise-Slot zurück an die Liga verkauft, während Royal Never Give Up wegen massiver Schulden offenbar keine Lizenz erhält.

Dieser doppelte Aderlass bringt das bisherige 16-Team-Format ins Wanken – und zeigt, dass selbst große Namen in Chinas Esport-Maschinerie nicht unantastbar sind.

Franchise-Plätze werden zur Verhandlungsmasse

FunPlus Phoenix galt lange als Musterbeispiel für sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg. 2019 holte die Organisation den Weltmeistertitel und prägte über Jahre das Bild der LPL.

Umso nüchterner wirkt nun der Rückzug: Bereits im Herbst 2025 wurde bekannt, dass FPX seinen Franchise-Slot an die Liga zurückverkauft. Zum Jahresbeginn 2026 verschwindet das Team vollständig aus dem Spielbetrieb.

Betreiber TJ Sports übernimmt damit wieder die Kontrolle über den Platz – offiziell, um wirtschaftliche Stabilität zu sichern. Ob der Slot neu vergeben oder dauerhaft gestrichen wird, bleibt offen.

Klar ist jedoch: Franchise-Lizenzen sind in China kein Sicherheitsnetz, sondern ein Vertrag mit Ablaufdatum. Wer wirtschaftlich schwächelt oder strategisch neu plant, kann schneller draußen sein, als es das Branding vermuten lässt.

Wenn Schulden die Legenden bremsen

Deutlich weniger kontrolliert verläuft der Abgang von Royal Never Give Up. Ein Gerichtsurteil aus dem Dezember 2025 verpflichtet die Organisation zur Zahlung von mindestens 162 Millionen Yuan. Weitere Forderungen könnten die Gesamtsumme laut Berichten auf weit über eine Milliarde Yuan treiben. Eine LPL-Teilnahme unter diesen Umständen ist kaum realistisch.

Für einen Club, der seit über einem Jahrzehnt zur chinesischen Elite gehört, mehrere nationale Titel gewann und international Akzente setzte, ist das ein stiller Absturz. Noch im Sommer 2025 suchte RNG öffentlich nach Sponsoren für die kommende Saison.

Wenige Monate später steht fest: Der Name verschwindet aus der Liga, nicht wegen sportlicher Schwäche, sondern wegen Zahlenkolonnen.

Ein Abschied mit Symbolkraft

Das LPL-Finale 2019 zwischen FunPlus Phoenix und Royal Never Give Up gilt vielen Fans als einer der Höhepunkte der Liga. Dass ausgerechnet diese beiden Finalisten nun nahezu zeitgleich aus dem Wettbewerb fallen, wirkt wie ein bewusst gesetzter Schlusspunkt unter eine Ära.

Für die Liga bedeutet das nicht nur sportliche, sondern auch wirtschaftliche Anpassungen. Sponsorenmodelle, Medienverträge und internationale Wahrnehmung müssen neu bewertet werden.

Gleichzeitig öffnet sich Raum für neue Organisationen aus dem Nachwuchssystem – oder für Investoren, die den Einstieg bisher gescheut haben. Welche Richtung eingeschlagen wird, ist noch unklar.

Was mit den Plätzen passiert

Ob die LPL dauerhaft mit 14 Teams plant oder einen Bewerbungsprozess startet, ist bislang nicht entschieden. In der Branche wird erwartet, dass künftige Bewerber strengere finanzielle Garantien hinterlegen müssen. Der Fall RNG wirkt wie eine Mahnung in Vertragsform.

Fest steht: Auch bestehende Teams beobachten die Entwicklung genau. Die LPL startet am 20. Januar 2026 in die neue Saison – mit angepasstem Spielplan und einer spürbar veränderten Ausgangslage. Zwei bekannte Logos fehlen, und ihr Fehlen wird nicht über Nacht vergessen sein.

Fazit

Die LPL startet 2026 leiser als gewohnt. Zwei große Namen verschwinden nicht wegen Ergebnissen auf der Bühne, sondern wegen Entscheidungen daneben. Für Fans ist das schmerzhaft, für die Liga vermutlich notwendig.

Am Ende bleibt eine unbequeme Erkenntnis: Ein Franchise-Slot fühlt sich stabil an, bis jemand beschließt, dass er es nicht mehr ist.

Ben Touati

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Ben Touati schreibt über Esports, Games und digitale Welten – mit einem Blick, der zwischen analytischem Tiefgang und nerdiger Begeisterung pendelt. Sein Background in Linguistik verleiht ihm ein feines Gespür für Sprache, Struktur und die kleinen Nuancen, die große Geschichten tragen. Ob aktuelle Entwicklungen im kompetitiven Gaming, neue Trends oder Arnold Schwarzeneggers Englisch: Ben liefert Einordnungen mit Substanz – immer durchzogen von Popkultur-Referenzen, filmreifen Metaphern und dem leisen Verdacht, dass das alles irgendwie mit Buffy the Vampire Slayer und Watchmen zu tun hat.
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