Oblivion gewinnt die ALGS Year 5 Championship

Linda Güster
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Inhaltsverzeichnis
  1. Drei Wege, ein Moment
  2. Der steinige Weg ins Finale
  3. Neun Maps, zehn Match-Point-Teams, ein Chaos
  4. Team Falcons scheitern am letzten Schritt
  5. Mehr als nur ein Überraschungssieg
Oblivion
Image credit: Playapexesports via YouTube

Es gibt diese Finals, die sich nicht wie ein Turnier anfühlen, sondern wie ein Film. Die ALGS Year 5 Championship in Sapporo war genau das. Neun Maps, Match Point Chaos, ständig wechselnde Favoriten – und am Ende ein orgloses Team aus Kanada, das alles richtig macht, wenn es darauf ankommt. Oblivion ist neuer Apex-Legends-Weltmeister.

Miguel “Blinkzr” Quiles, Bowen “Monsoon” Fuller und Brandon “FunFPS” Groombridge gewinnen das wichtigste Turnier des Jahres und schreiben Geschichte. Nicht als Superteam, nicht als Top-Seed, sondern als Line-up, das sich über Monate hochgekämpft hat.

Drei Wege, ein Moment

Oblivion existiert erst seit Herbst, doch die Geschichten der Spieler reichen weit zurück. Monsoon ist seit Jahren Teil der Szene, bekannt für seine Mechanics, seine offene Art und seinen Weg durch schwierige Phasen außerhalb des Spiels. Er spielte für Organisationen wie FlyQuest und Complexity, war immer präsent, aber nie ganz oben angekommen.

FunFPS gehört zu den Veteranen der ersten Apex-Jahre. NRG, XSET, Team Liquid – große Namen, viele Runs, aber der große Titel fehlte. Bis jetzt.

Blinkzr ist der Kontrast dazu. Jung, hungrig, MVP dieses Turniers. Vor einem Jahr noch Platz 36 bei der Championship, jetzt der Spieler, der im wichtigsten Moment die Ruhe behält. Gemeinsam mit FunFPS war er zuvor bei Movistar KOI aktiv. In Sapporo wächst er über sich hinaus.

Der steinige Weg ins Finale

Der Weg nach Japan war alles andere als sicher. Oblivion musste über die Last Chance Qualifier gehen, gewann dort das Americas-Turnier und löste erst spät das Ticket für die LAN. In der Gruppenphase reichte es nur zu Platz 19 von 40. Gerade genug für die Upper Brackets.

Dann der Rückschlag. Drop in die Lower Brackets, Runde zwei. Do-or-die. Und wieder kämpfen sie sich zurück, holen Platz drei und stehen plötzlich im Finale. Alle drei hatten schon Championship-Erfahrung, aber noch nie einen Titel. Sapporo sollte das ändern.

Neun Maps, zehn Match-Point-Teams, ein Chaos

Das Match-Point-Finale war pures Apex. Zehn Teams erreichten die 50-Punkte-Marke. Jede Runde hätte die letzte sein können. Jede Rotation ein Risiko. Und jede Entscheidung ein potenzielles Ende.

Im finalen Spiel auf Storm Point verschanzte sich Oblivion früh an The Pylon. Wattson-Fences, starke Zone, Geduld. Während um sie herum Teams fielen, blieben sie ruhig. Am Ende standen nur noch drei Teams. Supernova, Hotdog Mafia und Oblivion.

Was folgte, war kein Abwarten, sondern ein mutiger Push. Oblivion geht rein, überrascht beide Gegner und räumt alles ab. 13 Kills. Match Point. Titel. Kein langsames Ausbluten, sondern ein entschlossener Schlusspunkt.

Team Falcons scheitern am letzten Schritt

Auch Team Falcons war nah dran. Sehr nah. Schon in Spiel sechs Match Point Eligible, nach einem explosiven Start mit einem 14-Kill-Win und einem zweiten Platz direkt danach. Doch genau das machte sie zum Ziel.

Andere Teams spielten bewusst gegen Falcons, verzögerten, blockierten, warteten. Im letzten Spiel fällt Philip “ImperialHal” Dosen früh, Falcons scheidet auf Platz 13 aus. Die Tür ist offen. Oblivion nutzt sie.

Dieses Schicksal traf mehrere Teams. ENTER FORCE.36 scheiterte knapp, Virtus.pro stoppte sie im letzten Ring von Map acht. Auch GROW Gaming, S8UL Esports, Crazy Thieves, TSM, Ninjas in Pyjamas, Fnatic und UNLIMIT hatten Match Point, aber keinen perfekten Moment.

Mehr als nur ein Überraschungssieg

Am Ende steht Oblivion nicht nur als Match-Point-Gewinner da, sondern auch mit der höchsten Gesamtpunktzahl des Turniers. 86 Punkte. Falcons folgen mit 75, ENTER FORCE.36 auf Platz drei.

600.000 Dollar Preisgeld, ein Titel, den ihnen niemand mehr nimmt – und eine Geschichte, die bleibt. Ein orgloses Team gewinnt die größte Apex-Bühne der Welt. Nicht durch Glück, sondern durch Timing, Nervenstärke und den Mut, im richtigen Moment alles zu riskieren.

Sapporo war kein Märchen. Es war Apex in Reinform. Und Oblivion war bereit, es zu Ende zu spielen.

Linda Güster

Journalistin
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Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
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