Timing ist im Esport selten zufällig – und genau deshalb fühlt sich diese Meldung so schwer an. OG Esports hat offiziell bestätigt, dass die Zusammenarbeit mit der Esports-Division des Selangor Football Club, den Selangor Red Giants, endet. Die Ankündigung kommt ausgerechnet während der M7 World Championship in Mobile Legends: Bang Bang, kurz bevor SRG in der Swiss Stage ins Turnier einsteigt.
Ein Jahr, das kaum besser hätte laufen können
In seinem Statement blickt OG ohne Umschweife auf das zurück, was diese Partnerschaft ausgezeichnet hat. Ein Jahr voller Erfolge, gekrönt von einem historischen Four-Peat, und trotzdem der klare Schnitt. Man merkt zwischen den Zeilen: Das hier ist kein Bruch aus Frust, sondern ein bewusstes Ende eines gemeinsamen Kapitels.
Die Partnerschaft wurde im Frühjahr geschlossen, SRG trat fortan als Selangor Red Giants OG an – und dominierte die malaysische Szene. Titel in MPL Malaysia Season 15 und 16, dazu der zweite Platz beim MLBB Mid-Season Cup. Der Sieg in Season 16 öffnete schließlich direkt die Tür zur M7, dem großen Saisonfinale.
„OG DNA“ bleibt – auch ohne OG
Auch von SRG selbst kommt kein bitterer Ton. Im Gegenteil. In ihrem eigenen Statement sprechen sie von einem gemeinsamen Weg, der Malaysia geprägt, internationale Bühnen erobert und gezeigt hat, was eine funktionierende Partnerschaft leisten kann. Dass man „die OG DNA“ mitnimmt, klingt weniger nach PR-Floskel als nach echtem Selbstverständnis.
Sportlich geht es für SRG ohnehin nahtlos weiter. Das Team steht vor seinem ersten Match in der Swiss Stage der M7, die Mitte Januar startet. Der Fokus liegt klar auf dem Turnier – und darauf, dieses Kapitel nicht mit einem leisen Abgang, sondern mit Leistung zu beenden.
OG im Umbruch, SRG bleibt eine Macht
Für OG ist das Ende der Partnerschaft Teil eines größeren Umbruchs. Die Organisation hat bereits ihr Rebranding für das kommende Jahr angekündigt, inklusive eines neuen Logos ohne den langjährigen Partner Red Bull. Es fühlt sich nach Neuausrichtung an, nach Aufräumen und Neujustieren.
Für SRG dagegen ändert sich am sportlichen Anspruch wenig. Die Organisation gehört seit mehreren Jahren zur absoluten Spitze im MLBB-Kosmos. Titelgewinne, internationale Finals, tiefe Runs bei Weltmeisterschaften – all das steht auch ohne OG im Rücken.
Ob dieses M7-Turnier der nächste große Moment wird, ist offen. Klar ist nur: Die Trennung kommt nicht aus Schwäche, sondern nach einer Phase, in der fast alles funktioniert hat. Und manchmal ist genau das der Punkt, an dem Wege sich trennen.