Vico: Wenn Fortnite-Pros Hardware mitentwickeln

Linda Güster
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Inhaltsverzeichnis
  1. Logitech und BIG Clan
  2. Vom Turnieralltag in den Entwicklungsraum
  3. Technik ohne Heilsversprechen
  4. Rapid Trigger und der Moment, in dem es klickt
  5. Gewicht ist kein Luxus, sondern Belastungsfrage
  6. Wenn Pros nicht nur testen, sondern mitdenken
Vico x Logitech Superstrike
Image credit: Vico via BIG Clan

Es gibt im Esport diesen einen Moment, der sich komplett anders anfühlt als alles davor. Kein Countdown, kein Warm-up, kein „Good luck, have fun“. Kein Publikum, keine Kamera, kein Stream-Overlay. Stattdessen: Prototypen, Entwickler, Dokumente. Entscheidungen, die nicht dein nächstes Match betreffen, sondern das Spielgefühl von Millionen.

Taylor-Petrik “Vico” Gatschelhofer ist 18, Fortnite-Pro für BIG Clan – und genau an diesem Punkt stand er plötzlich. Nicht als Aushängeschild. Nicht als Werbegesicht. Sondern als jemand, dessen Meinung Gewicht hat.

Logitech und BIG Clan

Der Einstieg in dieses Kapitel kam nicht mit großer Ankündigung. Logitech und BIG Clan pflegen schon länger eine gute Beziehung. Logitech hat bei BIG angefragt, ob jemand aus dem Team bei einem Entwicklungsprozess dabei sein möchte. Kein Casting, kein Bewerbungsprozess. Einfach eine Anfrage.

Dass er am Ende ein Teil der Entwicklung der Logitech G PRO X2 SUPERSTRIKE wurde, war trotzdem kein Zufall. „Ich bin so meistens der, der sehr viel mit Media zu tun hat“, sagt er. Seit 2022 streamt er regelmäßig, macht Content, erklärt Dinge, ordnet ein. Er ist jemand, der nicht nur fühlt, sondern formulieren kann, warum sich etwas gut oder schlecht anfühlt.

Das ist ein entscheidender Unterschied. Denn Hardware-Entwicklung braucht keine Superlative, sondern Präzision. Keine „fühlt sich insane an“-Momente, sondern Antworten auf Fragen wie: Warum genau? Ab welchem Punkt? Für wen?

Vom Turnieralltag in den Entwicklungsraum

Statt Eventhalle ging es für Vico in die Schweiz, nach Lausanne. Kein Zeitdruck, kein Matchplan. „Wir waren da und ich durfte ganz neue Sachen austesten“, erzählt er. Und sehr schnell wird klar: Das war kein kurzer Hands-on-Tisch mit fünf Minuten Testing.

Was ihn beeindruckt hat, war nicht nur das Testen selbst, sondern auch der Blick hinter die Oberfläche. „Man sieht Sachen, wie die Maus wirklich von innen aussieht. Wie die Technologie aussieht. Und wie die Software aussieht.“

Er spricht über Gespräche mit Entwicklern, die seit Jahren nichts anderes machen als Mäuse zu bauen. Menschen, die sich nicht für Patchnotes interessieren, sondern für Millisekunden. „Ich hab mit dem Typen geredet, der das Coding macht“, sagt Vico. „Der macht die Logitech-Mäuse schon seit ein paar Jahren.“

Und dann kommt dieser Moment, der zeigt, wie tief der Einblick wirklich war. „Der hat mir eine komplette Doc gezeigt“, sagt er. Eine Vergleichsdokumentation. Unterschiedliche Polling-Raten, Reaktionszeiten, Messungen bis in den Millisekundenbereich.

Das ist der Punkt, an dem klar wird: Hier geht es nicht um Marketing-Versprechen. Hier geht es um Grenzwerte.

Technik ohne Heilsversprechen

Was Vico dabei auffällt, ist etwas, das man im Gaming selten hört. Nüchternheit. „Mäuse haben natürlich einen Impact auf dein Gameplay“, sagt er. „Aber es macht jetzt nicht so diesen riesigen Unterschied.“

Er erklärt das sehr ruhig. Solange die Unterschiede groß sind, spürt man sie. Aber irgendwann flacht die Kurve ab. „Desto kleiner die Millisekunden werden, merkt man irgendwann auch keinen Unterschied mehr.“

Außer, sagt er, man gehört zu den Leuten, die wirklich alles merken. „Ich hab bei Tastaturen diesen Tick“, sagt er lachend. Da spürt er jede Verzögerung.

Genau diese Differenzierung macht ihn in so einem Prozess wertvoll. Er sitzt nicht da, um zu sagen, dass alles besser wird. Sondern um einzuordnen, wo es besser wird – und wo nicht.

Rapid Trigger und der Moment, in dem es klickt

Es gibt aber einen Punkt, an dem selbst Vico kurz innehält. Die Klick-Technologie. Rapid Trigger, einstellbare Auslösepunkte, Druckempfindlichkeit. Konzepte, die man von Tastaturen kennt – plötzlich übertragen auf eine Maus.

„Das war wirklich das Coolste“, sagt er. Und wichtig: Logitech hat ihn nicht einfach testen lassen. „Ich durfte meine Meinung sagen“, sagt Vico. „Zu den Sidebuttons, zum Mausrad, was man verbessern könnte.“

Besonders relevant war dabei altes Feedback aus der Szene. Eingedrückte Sidebuttons. Mausräder, die nach Monaten anfangen zu spinnen. „Es war cool, dass sie sich wirklich dafür interessiert haben“, sagt er. Nicht als Lippenbekenntnis, sondern als Ausgangspunkt.

Dann wird es konkret. Klicktests. Vergleichswerte. Ohne spezielle Einstellungen lag sein Schnitt bei etwa 50 Klicks pro Sekunde. „Mit Rapid Trigger und all dem waren es dann 100 Klicks pro Sekunde.“

Gewicht ist kein Luxus, sondern Belastungsfrage

Am ausführlichsten wird Vico beim Thema Gewicht. Ein Klassiker in der Szene, aber nie banal. „Viele Leute sind da sehr picky“, sagt er. Headsets, Mauspads, Keyboard-Größe – alles Diskussionspunkte. Aber bei Mäusen lande man immer wieder beim selben Kern.

Er beschreibt seinen eigenen Grip. Full Claw. Komplett angewinkelt. Entstanden aus kleinen Händen und sehr frühen Gewohnheiten. Dazu ein riesiges Mousepad, niedrige DPI, große Bewegungen. Fortnite zwingt Pros dazu, Raum zu nutzen.

Sechs bis sieben Stunden Training am Stück sind keine Ausnahme. „Da willst du halt nicht sechs Stunden lang 80 oder 100 Gramm über dein Mousepad schieben“, sagt er trocken. „Da kann ich auch gleich ins Gym gehen.“

Sein Feedback an Logitech war entsprechend klar. Wenn es leichter geht, ist das ein Gewinn. Nicht als Komfortfeature, sondern als Belastungsfrage.

Wenn Pros nicht nur testen, sondern mitdenken

Ob jedes Detail am Ende exakt so umgesetzt wurde, kann Vico nicht sagen. „Ich glaube schon“, meint er. Sein Tonfall ist ruhig, fast selbstverständlich.

Was bleibt, ist der Eindruck, dass das kein symbolischer Besuch war. Kein Pro, der einmal testet und nickt. Sondern ein Austausch auf Augenhöhe. Entwickler, die zuhören. Spieler, die erklären.

Vico wirkt hier nicht wie ein Teenager auf Einladung. Sondern wie jemand, der verstanden hat, dass Esport längst mehr ist als Spielen. Es geht um Gesundheit. Um Langlebigkeit. Um Nachhaltigkeit im Alltag von Pros.

Die Logitech G PRO X2 SUPERSTRIKE lässt sich jetzt vorbestellen und hinterlässt damit nicht nur ein vielversprechendes Produkt, sondern einen Wendepunkt. Nicht nur das nächste Feature. Nicht nur die nächste Millisekunde. Sondern der Moment, in dem Entwickler anfangen, Esportler endgültig nicht nur als Nutzer zu sehen, sondern als Mitgestalter.

Linda Güster

Journalistin
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Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
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