Riot Games hat erneut Stellen gestrichen. Am 26. Februar bestätigte ein Unternehmenssprecher gegenüber Game Developer, dass rund zwölf Positionen in drei Publishing-Teams abgebaut wurden.
Die Kündigungen kamen nur zwei Wochen nach der Entlassung von rund 80 Mitarbeitern aus dem 2XKO-Entwicklerteam. Damit hat Riot seit 2023 über 600 Arbeitsplätze gestrichen.
Publishing verliert die Infrastruktur-Crew
Die betroffenen Teams waren für die technische Infrastruktur zuständig, die Riots Inhalte zu den Spielern bringt: Website-Pflege, Video-Uploads, Client-Updates.
Keine glamourösen Positionen, aber das Rückgrat der Content-Pipeline. Projektmanager, Produktmanager und Produzenten gehörten zu den betroffenen Rollen.
Riot selbst sprach von „kleinen teamübergreifenden Veränderungen“. Christopher MonteCristo Mykles machte die Entlassungen auf X öffentlich, bevor Riot sich dazu äußerte.
2XKO: Halbes Team weg, drei Wochen nach Launch
Die größere Welle traf das 2XKO-Team Anfang Februar. Rund 80 Personen, etwa die Hälfte des globalen Entwicklerteams, wurden entlassen. Riot begründete den Schritt damit, dass das Fighting Game zwar eine treue Kernzielgruppe habe, die Dynamik aber nicht ausreiche, um ein Team dieser Größe zu rechtfertigen. 2XKO war am 20. Januar 2026 erschienen.
Drei Wochen später verlor es die Hälfte seiner Entwickler. Die Competitive Series 2026 mit fünf Majors und 15 Challenger-Events soll laut Riot trotzdem wie geplant stattfinden.
600 Stellen seit 2023: Riots neues Normal
Die Entlassungen bei Riot fügen sich in ein Muster. 46 Stellen 2023, 530 im Januar 2024, dann die 2XKO-Welle und jetzt Publishing. Riot Forge wurde geschlossen, das Riot Esports Network eingestellt.
Der Konzern, der sich zwischen 2019 und 2023 verdoppelt hatte, schrumpft auf seinen Kern zusammen: League of Legends, VALORANT, Teamfight Tactics. Alles andere wird entweder auf Sparflamme gehalten oder abgestellt.
Tencent, der chinesische Mutterkonzern, dürfte den Sparkurs mittragen. Die Botschaft an die Branche ist klar: Selbst der größte Esports-Publisher der Welt hält Wachstum nicht mehr für eine Strategie.
Fazit
Riot hat in drei Jahren gelernt, dass man ein Unternehmen auch schrumpfen kann, ohne es zuzugeben. Man nennt es einfach „teamübergreifende Veränderungen“ und hofft, dass MonteCristo schläft.