Brendon Leigh hat zweimal die virtuelle Formel-1-Welt erobert. Jetzt steht er an einem der traditionsreichsten Orte des Motorsports – nicht als Fahrer, sondern als Coach.
Der zweifache Formula One Sim Racing World Champion wird künftig als Driver Instructor am Silverstone Circuit arbeiten. Teil des Drive Silverstone Programms, das Teilnehmern echte Rennerlebnisse auf der ikonischen Strecke ermöglicht.
Vom Schlafzimmer auf die Grand-Prix-Strecke
Leigh gewann die offiziellen F1-Sim-Racing-Weltmeisterschaften 2017 und 2018. In einer Phase, in der Formula One den Esport-Zweig massiv ausbaute und die Verbindung zwischen realem Motorsport und digitalem Wettbewerb enger wurde.
Nun coacht er Fahrer genau dort, wo jedes Jahr der British Grand Prix stattfindet – auf einer Strecke, die als Austragungsort der ersten Formel-1-Weltmeisterschaft gilt und bis heute fester Bestandteil des Kalenders ist.
Über das Drive-Silverstone-Programm erhalten Teilnehmer professionelles Coaching und fahren leistungsstarke Fahrzeuge auf exakt derselben Strecke, die sonst die Stars der Königsklasse nutzen.
Auf Social Media zeigte sich Leigh sichtlich bewegt: Aus dem Sim-Rig im eigenen Schlafzimmer direkt an einen der bedeutendsten Rennorte der Welt – das habe er sich früher nie vorstellen können. Gleichzeitig betonte er, dass er noch viel zu lernen habe und sich mit voller Energie in die neue Rolle einarbeiten werde.
Wenn der Weg sich umkehrt
Leigh begann 2012 mit Online-Wettkämpfen. Seine Titel in den Jahren 2017 und 2018 machten ihn zu einem der bekanntesten Namen im Sim Racing. Zu einer Zeit, als Formel 1 ihr offizielles Esport-Ökosystem professionalisierte und Teams enger mit digitalen Talenten zusammenarbeiteten.
Normalerweise verläuft der Transfer andersherum. Reale Fahrer nutzen Simulatoren als Trainingsinstrument. Leighs Wechsel markiert den umgekehrten Weg: Ein Sim-Racing-Spezialist bringt seine Erfahrung direkt auf die echte Rennstrecke.
Das ist mehr als eine persönliche Karriereentwicklung. Es ist ein Signal dafür, wie ernst virtuelle Wettbewerbe inzwischen genommen werden. Sim Racing ist längst kein Nischenhobby mehr. Es ist ein Talentpool.
Und manchmal führt der Weg vom virtuellen Podium direkt an die Boxenmauer von Silverstone.