G2 FC Interview: Wenn Esport den Fußball neu schreibt

Linda Güster
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Inhaltsverzeichnis
  1. Eine neue Sprache für Fußball
  2. Berlin als Herz des Projekts
  3. Vision und Aufbau
  4. Vom Esport lernen – und umgekehrt
  5. Community als Fundament
  6. Druck und Freiheit
  7. Zweite Saison, gleiche Vision
  8. Wenn Fußball zur Bewegung wird
G2 FC
Image credit: G2 FC

Wenn eine Organisation wie G2 ein neues Spielfeld betritt, verändert sie damit häufig bestehende Regeln. 2015 begann G2 einst als einfache Esport-Marke mit Gaming-DNA, doch ist mittlerweile deutlich mehr als das. Egal ob es um verschiedene Partnerschaften, etwa mit Red Bull oder Mastercard geht, um eine krasse Community, die die verschiedenen Teams auf Turnieren, Streams und mit Memes feiert: Im letzten Jahrzehnt hat G2 wieder und wieder gezeigt, was für eine Größe hinter dem Namen steht.

Mit G2 FC bringt das Unternehmen diesen Spirit nun seit April auf den Rasen – genauer gesagt in die Kings League Germany, das 7-gegen-7-Format, das Ex-Profi Gerard Piqué 2022 gegründet hat. Ein Wettbewerb, der Fußball, Unterhaltung und Community-Kultur zu einem neuen Erlebnis verschmilzt.

Für Team Manager Ron Stublla und Head-Coach Malik Hadziavdic ist G2 FC kein Nebenprojekt, sondern eine Vision: ein Team, das Berliner Charakter mit Esport-Energie verbindet – und damit zeigt, wie Sport im digitalen Zeitalter aussehen kann.

Eine neue Sprache für Fußball

„Uns hat die Chance gereizt, etwas völlig Neues aufzubauen“, sagt Ron Stublla. Er spricht ruhig, aber mit dem Selbstbewusstsein eines Menschen, der weiß, dass er Teil eines Pionierprojekts ist. „G2 steht dafür, Grenzen zu verschieben – im Esport wie jetzt auch im Fußball. Für mich persönlich war es die Möglichkeit, Sport, Entertainment und Kultur zu verbinden und ein Projekt zu gestalten, das über den klassischen Fußball hinausgeht.“

Damit fasst er zusammen, was G2 FC antreibt: die Idee, dass Leistung und Unterhaltung keine Gegensätze sind. Die Kings League bietet dafür die perfekte Bühne. Hier gibt es „Secret Weapons“, doppelte Tore in den letzten Minuten und Spiele, die über Twitch, YouTube und TikTok millionenfach gestreamt werden. Alles ist auf Tempo, Spannung und Zugänglichkeit ausgelegt.

„Wir wollten unsere eigene Identität schaffen“, erklärt Stublla weiter. „Mit einer Partnerschaft wären wir in bestehende Strukturen eingebunden gewesen. Durch den Neuanfang konnten wir alles selbst definieren – Werte, Kultur, Spielweise – und das zu hundert Prozent nach G2-DNA.“

Berlin als Herz des Projekts

Dass G2 FC in Berlin beheimatet ist, ist kein Zufall. Die Stadt steht für Energie, Vielfalt und Mut – alles Werte, die das Projekt prägen. „Die Berliner DNA zeigt sich bei uns vor allem in der Mentalität“, sagt Malik Hadziavdic. „Berlin steht für Kampfgeist, für diesen Willen, sich durchzubeißen, egal wie schwer es wird. Genau das leben wir bei G2. Im Training merkt man, dass die Spieler lernen, Verantwortung zu übernehmen, Rückschläge wegzustecken und sofort wieder aufzustehen.“

Hadziavdic beschreibt eine Haltung, die über Fußball hinausgeht. „Auf dem Platz zeigt es sich in der Art, wie wir Zweikämpfe führen, wie wir als Team auftreten und wie wir bis zur letzten Minute alles geben. Dieses Berliner ‚niemals aufgeben‘ ist fest in unserer Spielweise verankert.“

Berlin ist für G2 FC mehr als ein Standort – es ist eine Identität. „Berlin verkörpert Kreativität, Mut und Vielfalt – genau das, was wir als Club repräsentieren“, sagt Stublla. „Diese Stadt ist Teil unserer Identität, und das hätte nirgendwo sonst so entstehen können.“

Vision und Aufbau

Bevor die Kings League Germany 2025 ihren Start feierte, standen Stublla und Hadziavdic vor einer besonderen Aufgabe: ein Team zu formen, das G2-Werte und Berliner Haltung in ein Format überträgt, das anders tickt als jeder herkömmliche Wettbewerb.

„Unsere Vision war es von Anfang an, ein Team zu schaffen, das die Energie und Mentalität Berlins widerspiegelt“, sagt Hadziavdic. „Wir wollten Spieler, die nicht nur individuell stark sind, sondern auch bereit sind, sich in ein gemeinsames System einzufügen. Spieler, die kämpfen, die loyal sind und die bereit sind, für die Mannschaft alles zu geben.“

Das Team sollte nicht nur spielen, sondern eine Botschaft transportieren. „Uns war wichtig, dass man auf dem Platz sofort erkennt: Das ist G2“, fügt Hadziavdic hinzu. „Ein Team, das mutig ist, das hungrig ist und das nie aufgibt.“

Der Spielstil ist prägnant beschrieben: „Hungrig, diszipliniert, aufopfernd.“ Drei Worte, die aus der G2-Sprache kommen könnten, aber hier den Charakter einer Mannschaft auf dem Rasen zeichnen.

Vom Esport lernen – und umgekehrt

Stublla und Hadziavdic sehen G2 FC nicht als Bruch mit dem Esport, sondern als Erweiterung davon. „Aus dem Esport in den Fußball nehmen wir die Nähe zur Community, digitale Innovation und Entertainment“, sagt Stublla. „Vom Fußball in den Esport bringen wir Disziplin, Trainingskultur und Teamgeist. Beides ergänzt sich perfekt und macht unser Projekt einzigartig.“

Diese Mischung zeichnet den Club aus. G2 FC versteht sich nicht als Bruchlinie, sondern als Brücke zwischen zwei Welten, die immer näher zusammenrücken. In einer Liga, die live auf Twitch übertragen wird und deren Präsidenten selbst Elfmeter schießen dürfen, ist diese Verbindung nicht nur Show, sondern Teil des Konzepts.

Community als Fundament

Was G2 FC von vielen anderen Teams unterscheidet, ist der direkte Kontakt zur Community. Als einzige große Esport-Organisation in der Kings League Germany nutzt G2 ihre digitale Infrastruktur konsequent für die Fanbindung. Über Twitch, YouTube und Instagram können Zuschauer:innen nicht nur Spiele verfolgen, sondern auch mit den Verantwortlichen und Spielern interagieren.

„Bei uns hat Content, Community und Entertainment ähnlichen Stellenwert wie die sportliche Leistung“, sagt Stublla. „Wir wollen nicht nur Spiele gewinnen, sondern auch Geschichten erzählen und Kultur prägen. Spielern eine Plattform bieten auf einer medialen Bühne vor Millionen Fans.“

Die Partnerschaft mit den Influencern Reeze und Rumathra, die alle G2 FC-Spiele co-streamen, verstärkt diese Nähe noch weiter. Was in anderen Ligen Fanaktionen sind, passiert hier in Echtzeit im Chat – digital, emotional, direkt.

Druck und Freiheit

Die Gründung von G2 FC fiel in das zehnjährige Jubiläum der Organisation – ein Zeitpunkt, der gleichzeitig Feier und Bewährungsprobe war. „Natürlich gibt es immer einen gewissen Druck, wenn man ein Team unter dem Namen G2 präsentiert – erst recht beim zehnjährigen Jubiläum“, sagt Hadziavdic. „Aber noch stärker spüren wir die Freiheit, mutig zu sein und Dinge auszuprobieren. G2 steht genau für diesen Spirit: Grenzen verschieben, neue Wege gehen und dabei Selbstvertrauen ausstrahlen.“

Die Verantwortung ist groß, aber sie fühlt sich nicht einschränkend an. Im Gegenteil: Die Organisation vertraut ihrem Team, eigene Wege zu gehen und Ideen umzusetzen. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Professionalität und Spielraum – eine Struktur, die Innovation nicht als Risiko, sondern als Chance begreift.

Zweite Saison, gleiche Vision

Nach einem beeindruckenden Debüt kehrt G2 FC in der Saison 2025 mit einem fast unveränderten Kern zurück. Stublla und Hadziavdic führen das Team weiter, mehrere Spieler bleiben an Bord. Neu ist das Präsidentenduo aus EA FC-Weltmeister MoAuba und Lifestyle-Influencer Konygebony, das Sportkompetenz und Popkultur verbindet.

Diese Kombination passt zur Kings League, deren DNA aus Vielschichtigkeit besteht. Hier treten Profis neben Streamern an, hier sind Regeln flexibel und Kameras Teil des Spiels. Dass G2 FC in diesem Umfeld so schnell sein Publikum fand, liegt an der Klarheit der eigenen Vision. „Wir wissen, dass Fans Erwartungen haben“, sagt Hadziavdic. „Aber wir wollen nicht einfach nur abliefern. Wir wollen weiter wachsen – als Team, als Marke, als Bewegung.“

Die Kings League Germany läuft derzeit in Köln, die Final Four folgen am 15. November, das europäische Finale am 22. November in Berlin. Für G2 FC schließt sich damit ein Kreis: vom digitalen Esport-Hub zurück auf den Rasen der Heimatstadt.

Wenn Fußball zur Bewegung wird

Was am Ende bleibt, ist ein Gefühl von Aufbruch. Die Kings League zeigt, wie stark Sport von Community, Medien und Kreativität profitieren kann. G2 FC steht mittendrin und liefert den Beweis, dass Esport und Fußball nicht gegeneinander, sondern miteinander wachsen können.

„Wenn alles vorbei ist, soll man sich an G2 FC als ein Team erinnern, das mehr war als nur Fußball“, sagt Hadziavdic. „Ein Team, das eine eigene Identität auf den Platz gebracht hat, das mit seiner Spielweise Maßstäbe gesetzt hat und Spieler sichtbar gemacht hat, die sonst vielleicht unsichtbar geblieben wären.“

Stublla ergänzt: „Ein riesiges Dankeschön an alle Fans, die uns von Anfang an unterstützen. G2 FC ist nicht einfach nur ein Team, es ist eine Bewegung. Ihr seid Teil davon, und ohne euch gäbe es das Projekt nicht in dieser Form. Wir wollen gemeinsam Geschichte schreiben – sportlich, kulturell und digital.“

G2 FC bleibt damit ein Sinnbild für das, was Sport im Jahr 2025 sein kann: ein Ort, an dem Leidenschaft und Innovation nicht aneinanderstoßen, sondern sich gegenseitig verstärken. Berlin liefert die Mentalität, G2 die Vision – und die Kings League die Bühne.

Linda Güster

Journalistin
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Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
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