Nach Enthüllungsbericht: Karmine Corp unter Druck

Linda Güster
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Inhaltsverzeichnis
  1. Zwischen Glamour und Eskalation
  2. Der Bericht, der alles veränderte
  3. Die Fans reagieren
  4. Zwischen Fandom und Verantwortung
Karmine Corp
Image credit: Karmine Corp

Ein investigativer Bericht der französischen Plattform Revue21 hat Frankreichs größte Esport-Organisation ins Chaos gestürzt. Der Text beleuchtet interne Machtkämpfe, finanzielle Manipulationen und schwerwiegende Anschuldigungen rund um Amine “Prime” Mekri, Mitgründer von Karmine Corp. Zwischen Bankern, Streamern und Machtspielen verschwimmen die Grenzen zwischen Glanz und Abgrund – und nun folgt die öffentliche Eskalation.

Zwischen Glamour und Eskalation

Im Mittelpunkt steht Iris Alameddine, Investmentbankerin mit besten Kontakten in die Welt des Sports und der Hochfinanz. Sie arbeitete jahrelang für die Raine Group, bevor sie gemeinsam mit Prime antrat, um Karmine Corp zu internationalisieren. Doch laut dem Bericht war vieles Fassade – von angeblichen Millioneninvestitionen bis hin zu zweifelhaften Verhandlungen, die am Ende mehr Schulden als Fortschritt brachten.

Die Spannungen zwischen Prime und Kamel “Kameto” Kebir, dem zweiten Mitgründer und aktuellen Präsidenten, zogen sich über Jahre. 2022 eskalierte der Streit um Geldflüsse, Markenrechte und Macht im Club. Was als Freundschaft begann, wurde zum offenen Machtkampf um Kontrolle, Einfluss und Image.

Der Bericht, der alles veränderte

Der Artikel von Revue21 wirft Prime und seinem Umfeld nicht nur finanzielle Unregelmäßigkeiten vor, sondern beschreibt auch interne Konflikte und persönliche Vorwürfe ehemaliger Mitarbeitender. Eine dieser Geschichten endete tragisch: Ein früherer Buchhalter, der Gehaltsforderungen gegen Karmine Corp eingereicht hatte, nahm sich das Leben.

Nach Veröffentlichung des Berichts meldete sich Karmine Corp selbst zu Wort. In einem offiziellen Statement auf X hieß es sinngemäß:
„Karmine Corp hat den heutigen Artikel zur Kenntnis genommen. […] Wir bestätigen, dass die in dem Artikel genannten Personen keine Mitarbeiter von Karmine Corp waren. Das Unternehmen war nicht an den genannten Gerichtsverfahren beteiligt. […] Das Unternehmen hat Kenntnis von der Entscheidung von Amine „Prime“ Mekri, aus Karmine Corp auszutreten.“

Die Organisation betont ihre Unterstützung für potenzielle Opfer und deren Familien – und zieht eine klare Linie zwischen sich und den im Bericht genannten Personen.

Prime hat derweil auch ein Statement veröffentlicht, in welchem er auf seine Unschuld plädiert, und den Opfern auch seine Unterstützung verspricht.

Die Fans reagieren

In der Community herrscht derweil Ausnahmezustand. Auf Social Media häufen sich wütende Reaktionen – viele fordern mehr als nur einen Rückzug. Ein Fan schreibt: „Sich zurückzuziehen wird nicht ausreichen, wenn er glaubt, dass er damit die Situation hinauszögern und seine Taten vergessen machen kann.“ Ein anderer kommentiert: „Er soll bis Ende des Jahres verschwinden.“

Auch unter dem Statement von Prime finden sich Kommentare, etwa: „Er hält sich zurück, um den Verein gegenüber den Sponsoren und damit den Wert seiner Position nicht zu schmälern. Aber für uns bleibt die Wahrheit dieselbe: Den Verein zu finanzieren bedeutet, diesen Hund zu finanzieren, und ich habe keine Lust mehr, auch nur einen einzigen Euro in den KC zu stecken, solange er dort ist.“

Parallel dazu werden Stimmen laut, die fordern, dass die Organisation wieder zu ihren Wurzeln zurückkehrt – mit Kameto allein an der Spitze und unter dem alten Namen Kameto Corp.

Zwischen Fandom und Verantwortung

Karmine Corp war lange das Vorzeigemodell des französischen Esports – ein Mix aus Community-Kultur, Entertainment und sportlichem Ehrgeiz. Doch jetzt steht das Projekt an einem Wendepunkt. Die Marke, die einst wie eine Bewegung wirkte, wird plötzlich zur Projektionsfläche für Wut, Enttäuschung und Misstrauen.

Ob Kameto und sein Team die Kontrolle über das eigene Narrativ zurückgewinnen können, bleibt offen. Sicher ist nur: Die Fanbasis, die Karmine Corp so groß gemacht hat, ist jetzt auch die lauteste Stimme, die Antworten verlangt.

Linda Güster

Journalistin
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Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
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