Bucharest hat mal wieder geliefert. Die Stage voll mit Lichtern, die Teams bis unter die Zähne vorbereitet, und irgendwo mittendrin ein MOUZ-Lineup, das sich anfühlt wie ein Team, das genau wusste, was es wollte. Der Sieg bei PGL Wallachia Season 6 ist nicht einfach ein weiterer Titel, sondern einer dieser Runs, die hängen bleiben, weil sie messy beginnen und dann komplett durch die Decke gehen.
Ein Turnier, das sich langsam in Richtung MOUZ gedreht hat
Das Team kam über den Western Europe Closed Qualifier ins Feld, und eigentlich hätte das schon ein Vorgeschmack sein können: Sie mussten sich früh beweisen und haben es getan. NAVI, Xtreme Gaming und Roar Gaming wurden in der Gruppenphase sauber abgefertigt, nur Team Spirit bremste sie – ausgerechnet der spätere Finalgegner, der schon da wie der große Favorit wirkte.
Acht Teams schafften es in die Playoffs, MOUZ rutschte aber direkt in unangenehmes Terrain. Gegen PARAVISION gab es ein enges 1:2, und plötzlich stand das Team im Lower Bracket. Genau dort kippte allerdings die Stimmung – und zwar komplett. HEROIC raus, OG raus, BetBoom raus, Liquid raus. Es war diese Art von Lauf, bei dem man merkt, wie ein Team sich mit jedem Match sicherer, ruhiger und gefährlicher anfühlt.
Das Finale gegen Team Spirit – und der Moment, an dem alles kippte
Im Grand Final traf MOUZ wieder auf Team Spirit, die Mannschaft, die ihnen in der Gruppenphase die einzige Delle verpasst hatte. Spirit eröffnete stark, holte Map eins und sah aus, als würden sie den Abend kontrollieren. Aber MOUZ hielt dagegen, holte sich zwei Maps in Folge und zwang das Finale in dieses typische nervenaufreibende Hin und Her, das PGL-LANs so spannend macht.
Spirit glich aus, bevor MOUZ im fünften und letzten Spiel komplett aufdrehte. Vor allem zwei Performances stachen heraus: Yatoro mit über 53.000 Damage auf seiner Drow in Map eins, der spiritus rector eines möglichen Favoritenlaufs – und BOOM, der im Entscheidungsspiel mit seinem Timbersaw zwölf Kills setzte und das Matchgefühl exakt dahin drehte, wo MOUZ es brauchte.
Am Ende stand ein 3:2, ein Titel, und ein Turnierverlauf, der von außen betrachtet wie ein klassischer „Lower Bracket Momentum“-Run wirkt, aber innen wahrscheinlich schlicht aus purer Überzeugung bestand.
Und wie geht’s weiter?
Lange Zeit zum Ausruhen gibt es nicht. PGL Wallachia Season 7 kehrt wieder nach Bukarest zurück – mit einer weiteren 16-Team-Stage, mit erneut einem Millionenpreis und sicher wieder mit genau dieser Atmosphäre, die PGLs Events so unverwechselbar macht.
Wenn MOUZ diesen Flow mitnehmen kann, gehören sie auch beim nächsten Mal automatisch zu den Teams, über die man spricht, bevor der erste Creep überhaupt losläuft.