DXRacer Martian Pro: Luxusstuhl mit Warmmodus

Linda Güster
calendar-icon
Inhaltsverzeichnis
  1. Aufbau und erster Reality-Check
  2. Der Sitz: groß, fest, und plötzlich sehr warm
  3. Massage und Lendenwirbel: nerdig, aber effektiv
  4. Armlehnen, Kopfstütze und diese kleinen Luxusdetails
  5. Elektrische Rückenlehne und Akku-Realität
  6. Design und Farben: Rot gewinnt
  7. Preis, Zielgruppe und dieser eine Gedanke, den man nicht wegdiskutiert
  8. Fazit: Ein bisschen absurd, aber genau mein Ding
DXRacer Martian Pro
Image credit: DXRacer via YouTube

Der DXRacer Martian Pro ist ein High-End-Gamingstuhl, der aus dieser typischen „Einmal kaufen, dann für Jahre Ruhe“-Ecke kommt. Du zahlst nicht für ein bisschen Kunstleder und ein paar Nähte, sondern für einen komplett ausgestatteten Stuhl mit Heizung, Ventilation, Massage, elektrischer Rückenlehne und einem ganzen kleinen Ökosystem an Buttons, Akkus und Kabeln. Und ja: Das wirkt vielleicht etwas absurd, nach zu viel. Aber gerade deshalb wollte ich wissen, ob das im Alltag wirklich funktioniert oder ob man nach einer Woche nur noch ein sehr teures Möbelstück mit Gimmicks rumstehen hat.

Aufbau und erster Reality-Check

Wenn du den Martian Pro bestellst: Plan nicht nur Zeit ein, sondern auch eine zweite Person, wenn du kannst. Der Karton ist ein Monstrum, und das Gewicht ist nicht „ach, bisschen unhandlich“, sondern eher „warum fühlt sich das an wie ein kleiner Kühlschrank“. Jetzt mal im Ernst, selbst mein armer Kurier hat gestruggled. In Zahlen: Der Versandkarton liegt bei rund 35,7 Kilogramm, der Stuhl selbst bei knapp über 31 Kilogramm. Und das sind diese Kilos, die man nicht elegant trägt, sondern die dich mit jeder Treppenstufe auslachen. Ich sag’s direkt, wie’s ist: Dieser Stuhl ist so schwer, dass ich nach dem zweiten Umstellen kurz ernsthaft über Gewichtstraining nachgedacht habe. Das musste ich kurz loswerden, nicht als Meme. Eher so als leise, persönliche Beichte für mein eigenes Ego.

Ich bin ehrlich, ich hatte etwas Angst vor dem Aufbau dieses Wunderstuhls. Gaming-PCs sind für mich kein Problem, aber sobald es beispielsweise um irgendwelche Ikea-Flatpacks geht, komme ich schnell ans Ende meiner Weisheit und Geduld.

Umso schöner, dass der Aufbau überraschend okay ist. Du schraubst die Rollen in die Basis, setzt die Gasfeder, montierst Sitzfläche und Rückenlehne, und dann kommt der Part, der den Martian Pro von klassischen Stühlen trennt: Strom. Du musst die Kabel für die elektrischen Funktionen sauber verbinden, den Akku unter dem Sitz anschließen und darauf achten, dass nichts eingeklemmt oder halb drin hängt. Das ist alles machbar, aber es ist eben nicht dieses stumpfe „Stuhl, aber mit mehr Kunstleder und Plüsch“. Hier fühlt es sich kurz so an, als würdest du ein Gerät zusammenbauen, nicht nur einen Stuhl.

Und sobald er steht, kommt dieser Moment, wo du dich das erste Mal reinfallen lässt und merkst: Oh. Das ist wirklich ein Stuhl. Viel Fläche, viel Raum, viel „ich kann hier drin existieren, wie ich will“. Für lange Sessions ist das sofort ein Pluspunkt, weil du nicht dauerhaft geschniegelt in einer perfekten Haltung sitzen musst, um nicht nach zwei Stunden zu merken, dass deine Schultern beleidigt sind.

Der Sitz: groß, fest, und plötzlich sehr warm

Komfort ist beim Martian Pro so eine Mischung aus „Gamingstuhl-Firmness“ und „Ergostuhl-Struktur“. Der Sitz ist eher fest als plüschig, aber nicht unangenehm. Er zwingt dich nicht in diese weiche Sofa-Schlumpfhaltung, sondern hält dich stabil, ohne dass du dich wie auf einem Brett fühlst.

Und dann ist da die Heizfunktion. Ich bin ein Mensch, der schnell friert. Hände kalt, Füße kalt, insgesamt neige ich zu diesem „Warum ist das Zimmer nicht 25 Grad“-Gefühl, das man nicht mal wirklich erklären kann. Und genau deshalb hat mich die Sitzheizung komplett abgeholt. Das ist kein Gag, kein „haha witzig“, sondern ein Feature, das sich anfühlt wie ein kleines, leises Lebensqualitäts-Upgrade. Du drückst den Button, wartest kurz, und es wird wirklich angenehm. Nicht „kurz lauwarm“, sondern so, dass du merkst: Okay, ich sitze hier gerade in meinem eigenen Warmmodus.

Die Ventilation ist das Gegenstück dazu. Sie ist da, sie funktioniert, und du hörst sie auch. Das ist keine Klimaanlage, die dich runterkühlt, eher ein „ich sitze nicht so schnell in meiner eigenen Wärmeblase“-Feature. Wenn du schnell warm wirst oder in einem Raum sitzt, der im Sommer gern zur Sauna wird, kann das ein echter Vorteil sein. Für mich war die Heizung aber bisher der Star. Ohne Diskussion.

Was du nur im Kopf behalten musst: Diese Funktionen ziehen am Akku. Du kannst den Stuhl nicht behandeln, als wäre er ein permanentes Heizkissen mit Rückenmassage, ohne irgendwann wieder laden zu müssen.

Massage und Lendenwirbel: nerdig, aber effektiv

Der Martian Pro hat eine Massagefunktion, die über die Rückenlehne läuft und dich nicht in ein Spa verwandelt, aber dir trotzdem diesen „okay, das tut gerade gut“-Moment gibt, wenn du lange sitzt. Es gibt verschiedene Modi, unterschiedliche Intensitäten, und du kannst die Position so einstellen, dass es sich nicht irgendwo zufällig abspielt, sondern wirklich da, wo du es brauchst.

Was ich an diesem ganzen System mehr mag, als ich erwartet hätte, ist die elektrische Lendenunterstützung. Keine lose Lordosenstütze, die nach drei Tagen irgendwo verrutscht. Stattdessen Luftkissen, die du anpassen kannst, bis es zu deinem Rücken passt. Das ist so ein Feature, das nicht flashy ist, aber im Alltag den Unterschied macht, weil du eben nicht ständig micro-adjusten musst, um wieder gerade zu sitzen.

Wenn du viel am PC arbeitest, viel schreibst, viel im Voice hängst und du merkst, dass dein Rücken irgendwann in den Protestmodus schaltet, dann ist das tatsächlich ein echtes Argument für den Stuhl. Nicht das RGB. Nicht der Gamer-Faktor. Sondern dieser „mein Körper dankt’s mir“-Part.

Armlehnen, Kopfstütze und diese kleinen Luxusdetails

Die Armlehnen sind diese typischen „4D“-Armlehnen, was Marketing-Sprech ist, aber natürlich bedeutet: hoch, runter, vor, zurück, drehen, seitlich verschieben. Du kannst sie dir so hinbiegen, dass sie zu Tastatur, Controller oder einfach zu deiner Sitzposition passen. Und wenn du jemand bist, der sich ständig anders hinsetzt, ist das Gold wert.

Die Kopfstütze arbeitet mit Magneten, und das ist so ein kleines Detail, das man erst wertschätzt, wenn man wieder an einem Stuhl mit Straps rummacht, die irgendwann ausleiern oder nerven. Hier klickt das Ding einfach dahin, wo du es brauchst. Du kannst es abnehmen, neu positionieren, wieder dran – ohne Drama.

Und insgesamt fühlt sich der Martian Pro wirklich luxuriös an. Nicht so „Gaming-Overkill mit Kunstlederglanz“, sondern eher solide, hochwertig, schwer, stabil. Der Stuhl hat dieses Gewicht nicht aus Versehen. Der wirkt nicht wie ein Gadget, sondern wie ein ernstes Möbelstück, das im Setup einfach nach „Upgrade“ aussieht.

Elektrische Rückenlehne und Akku-Realität

Die Rückenlehne lässt sich elektrisch verstellen, und zwar in einem Bereich von etwa 90 bis 135 Grad. Das ist perfekt für dieses „kurz zurücklehnen und die Welt ausblenden“-Gefühl, wenn du nach einem Match oder nach einem langen Arbeitstag einmal aus deinem eigenen Körper raus willst.

Die Bewegung ist smooth, aber nicht zu schnell. Eher entspannt. Du drückst, der Stuhl fährt langsam, du musst keine Angst haben, gleich plötzlich da zu liegen.

Und dann kommt der Punkt, den man nicht ignorieren darf: Akku. Der Stuhl nutzt einen 5000-mAh-Akku, also so eine Größenordnung, wie man sie von kleineren Powerbanks kennt. Je nachdem, wie du die Features nutzt, hält das sehr lange oder sehr kurz. Wenn du Heizung, Ventilation und Massage ständig ballerst, ist das eher ein „ich lade öfter“-Lifestyle. Wenn du die Funktionen gezielt nutzt, kommst du deutlich länger durch.

Was wichtig ist: Wenn der Akku leer ist, sind die elektrischen Features tot. Das betrifft dann auch Dinge wie die motorisierte Verstellung. Das heißt, du willst das Ladegerät griffbereit haben, wenn du oft umstellst oder wenn du nicht riskieren möchtest, dass du im falschen Winkel festhängst. Und ja, geladen wird nicht über USB-C, sondern über einen klassischen Rundstecker. Das ist so ein Detail, das du einmal akzeptierst, aber eben auch einmal verlieren kannst – und dann wird’s nervig.

Design und Farben: Rot gewinnt

Ich bin rotbiased. Komplett. Und der Martian Pro macht es mir leicht, mich verliebt zu fühlen, weil dieses Rot-Dreiecks-Design in Kombi mit dem ansonsten cleanen Look einfach richtig gut funktioniert. Der Stuhl wirkt nicht wie eine Parade aus Logos, sondern hat eine klare Designsprache.

Was vielleicht für einige ein bisschen schade sein wird: Du hast bei diesem Modell nicht wirklich Auswahl. Wer auf andere Farben oder Varianten hofft, wird hier eher auf dem Trockenen sitzen. Für mich persönlich ist es perfekt, aber ich kann es komplett verstehen, wenn jemand sagt: Ich zahle so viel Geld und möchte wenigstens das Design wählen können, das zum eigenen Setup passt.

Preis, Zielgruppe und dieser eine Gedanke, den man nicht wegdiskutiert

Mit rund 800 Euro ist das ein Stuhl in der Kategorie „kostet mehr als eine Konsole”, und das ist kein kleiner Satz. Das ist kein Impulskauf, das ist eine Entscheidung.

Aber: Du merkst auch, wofür du zahlst. Der Martian Pro ist nicht nur bequem, er ist vollgepackt mit Features, die im richtigen Alltag nicht wie Spielerei wirken. Für mich ist die Sitzheizung der absolute Gamechanger, weil sie genau mein Problem löst. Für andere wird’s vielleicht die Massage sein oder die Ventilation.

Und wenn du generell ein Mensch bist, der lieber einmal Geld für Qualität ausgibt als fünfmal für Mittelmaß, dann passt dieses Ding in die Logik. Weil du hier nicht das Gefühl hast, dass du irgendwo eine Ecke abschneidest.

Releast werden soll der Stuhl für den europäischen Markt zeitnah auf der hauseigenen DXRacer Website, zuerst allerdings nur in Schwarz.

Fazit: Ein bisschen absurd, aber genau mein Ding

Der DXRacer Martian Pro ist ein Luxus-Gamingstuhl mit dem Selbstbewusstsein eines Möbelstücks und dem Funktionsumfang eines Gadgets. Er ist schwer, er ist teuer, und er ist in manchen Details ein bisschen eigen, weil du plötzlich einen Stuhl hast, den du laden musst.

Aber wenn du einmal drin sitzt, die Heizung anmachst und merkst, wie viel Raum und Stabilität er dir gibt, fühlt sich das Ganze nicht mehr wie ein Gimmick an. Es fühlt sich an wie ein Setup-Upgrade, das du jeden einzelnen Tag merkst. Nicht nur im Game, sondern auch beim Arbeiten, beim im-Discord-Hängen, beim stundenlangen „nur noch eine Runde“, im ganz normalen PC-Leben.

Und ja: Ich werde stärker werden müssen, wenn ich den nochmal alleine quer durch die Wohnung tragen will. Aber vielleicht ist genau das auch irgendwie Teil der Experience.

Hinweis zur Transparenz:
Ich habe den DXRacer Martian Pro kostenlos zum Review erhalten. Das bedeutet: Ich konnte die Hardware testen, ohne den Stuhl selbst gekauft zu haben. Was das nicht bedeutet: dass ich dafür bezahlt wurde oder dass mir jemand vorschreibt, was ich schreiben soll.

Alle Eindrücke, Einschätzungen und Kritikpunkte in diesem Text basieren auf meiner eigenen Erfahrung mit der Hardware. Ob mir der Stuhl gefällt oder nicht, hängt nicht davon ab, ob es ein Testsample ist oder nicht, sondern davon, ob es mich überzeugt, überrascht oder eben auch enttäuscht.

Ich schreibe Reviews für Leser:innen, nicht für Unternehmen. Und das bleibt auch so.

Linda Güster

Journalistin
  • x-icon
  • linkedin-icon
Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
Komplette Bio lesen
ESI Bewertungs System
Wir haben ein spezielles Bewertungssystem entwickelt, welches direkt zeigt, wie gut die einzelnen Glücksspielplattformen wirklich sind. Dank langjähriger Expertise wissen wir, welche Faktoren am wichtigsten sind und testen daher jede Plattform nach der gleichen Methodik. Hierbei bewerten wir jede Plattform anhand der folgenden Kriterien:
  • A-Tier (Silber) Hochwertige Websites, die ein erstklassiges Erlebnis bieten. Sie zeichnen sich durch starke Leistung, nützliche Funktionen und zuverlässigen Support aus. Sie sind fast perfekt.
  • B-Tier (Bronze) Solide Plattformen, die einen Blick wert sind. Sie sind sicher, machen Spaß und sind funktional, verfügen jedoch möglicherweise nicht über erweiterte Funktionen oder weisen kleinere Nachteile auf.
  • S-Tier (Gold) Die absolute Elite. Diese Anbieter gehen weit über den Standard hinaus und bieten lukrative Boni, lohnende Werbeaktionen, blitzschnelle Auszahlungen und insgesamt ein makelloses Erlebnis.
Weitere Informationen darüber, wie wir Glücksspielanbieter bewerten, findet man unter Wie wir Wett- und Casinoseiten bewerten.