Die spanische League-of-Legends-Liga steht vor einem strukturellen Neustart – und der kommt zu einem Zeitpunkt, der viele Fragen offenlässt. Der neue Ligabetreiber Lastlap hat angekündigt, drei neue Organisationen für die kommende Saison der höchsten Spielklasse zu suchen. Gleichzeitig wurden fünf Teams offiziell bestätigt, die ihren Platz behalten.
Fix dabei sind UCAM Esports und Barça eSports, ergänzt durch drei Academy-Teams: Los Heretics, GIANTX iTero und Movistar KOI Fénix. Damit schrumpft die Liga künftig auf acht Teams – statt der zehn aus den vergangenen Jahren.
Für fünf Organisationen bedeutet das allerdings das Aus: ZETA, Guasones, Veni Vidi Vici, LUA Gaming und RAMBOOT Club sind Stand jetzt nicht mehr Teil der ersten Division. Drei Slots bleiben offen – wenige Wochen vor dem Saisonstart.
Genau hier beginnt das eigentliche Problem. Im Vorjahr startete der Winter Split Mitte Januar. Das bedeutet: Die neue Saison steht praktisch vor der Tür, während drei Teams noch nicht einmal existieren. Kein Kader, kein Staff, keine Struktur.
Drei Teams, null Vorlauf
Für die kommenden Neuzugänge bleibt kaum Zeit. Innerhalb weniger Wochen müssen komplette Rosters zusammengestellt werden, inklusive Coaching Staff, Infrastruktur, Sponsoren und Trainingsumgebung. Dinge, die normalerweise über Monate wachsen, sollen nun im Schnellverfahren entstehen.
Das Risiko liegt auf der Hand. Wenn diese Teams notgedrungen improvisieren müssen, leidet nicht nur ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit, sondern potenziell das Niveau der gesamten Liga. Gerade die spanische ERL galt lange als eine der stärksten und professionellsten in Europa – mit klaren Strukturen, planbaren Karrieren und sportlicher Tiefe.
Ob Lastlap diese Lücke rechtzeitig schließen kann, wird sich sehr schnell zeigen. Der Neustart ist ambitioniert, aber das Zeitfenster ist brutal klein. Für Spieler und Fans bleibt vorerst ein ungutes Gefühl: Dass hier weniger über langfristige Entwicklung entschieden wird – und mehr über Schadensbegrenzung kurz vor dem ersten Spieltag.