Die Play-In-Phase der Intel Extreme Masters Kraków ist durch, die acht Teams für die nächste Turnierphase stehen fest. Zeit also, einmal rauszuzoomen und auf das zu schauen, was sich zwischen den Servern fast genauso klar abzeichnet wie auf dem Scoreboard: Map-Prioritäten, Veto-Trends und Side-Balance.
Schon nach den ersten Serien war spürbar, dass viele Teams auf Sicherheit gesetzt haben. Keine Experimente, keine wilden Pocket-Picks – stattdessen vertraute Strukturen, klare Komfortzonen und möglichst wenig Varianz in einem ohnehin nervösen Turnierstart.
Dust II, Mirage und Overpass als sichere Bank
Dust II war der mit Abstand meistgespielte Schauplatz der Play-Ins. Zehn Matches sprechen eine deutliche Sprache und unterstreichen einmal mehr den Status der Map als universeller Wohlfühl-Pick. Wenn es eng wird, wenn man Kontrolle will und keine langen Diskussionen im Veto, landet Dust II fast automatisch auf dem Server.
Mirage und Overpass folgten dicht dahinter mit jeweils neun Einsätzen. Beide Maps stehen seit Jahren für Stabilität, klare Rollenverteilungen und ein Spielgefühl, das Teams selbst unter Druck nicht komplett aus der Bahn wirft. Genau das scheint in der Play-In-Phase entscheidend gewesen zu sein.
Auffällig war dagegen der Umgang mit Inferno. Trotz ihres Klassikers-Status tauchte die Map nur sechsmal auf und wurde extrem häufig direkt gebannt. Ähnlich ging es Nuke und Anubis, die zwar jeweils fünfmal gespielt wurden, aber ebenfalls regelmäßig früh aus dem Draft verschwanden. Ancient blieb das klare Schlusslicht – wenige Einsätze, viele Bans, wenig Vertrauen.
Unterm Strich zeigte sich ein Map-Pool, der bewusst auf Risiko verzichtete. Alles, was als potenziell volatil gilt, wurde eher aussortiert als forciert.
CT-Komfort vs. T-Side-Momentum
Auch bei der Side-Balance zeichnete sich ein klares Bild ab. Overpass und Mirage bestätigten ihren Ruf als CT-freundliche Maps, beide mit einer Defensiv-Winrate von rund 58 Prozent. Gute Utility, saubere Rotationen und strukturierte Midrounds waren hier häufig spielentscheidend.
Dust II kippte ebenfalls leicht in Richtung CT-Seite, trotz der offenen Struktur und der langen Lines. Wer defensiv diszipliniert spielte und frühe Kontrolle übernahm, konnte viele Runden stabil absichern.
Ganz anders präsentierten sich Nuke und Anubis. Beide Maps zeigten einen klaren Vorteil für die Angreifer, mit rund 56 Prozent gewonnenen T-Runden. Gute Timings, saubere Splits und mutige Midround-Calls zahlten sich hier spürbar aus.
Inferno blieb das ausgeglichenste Schlachtfeld der Play-Ins. Exakt fifty-fifty verteilt, entschied hier weniger die Side als vielmehr die Qualität einzelner Executions, Clutches und Moment-Reads.
Vorbereitung schlägt Risiko
Die Play-In-Stage von IEM Kraków war kein Ort für Experimente. Stattdessen dominierten Maps, die Teams kennen, lesen und kontrollieren können. Kein Pick entwickelte sich zum absoluten Must-Have, aber die Richtung war klar: Wer vorbereitet war und seine Basics sauber spielte, kam weiter.
Ob sich das in den kommenden Turnierphasen ändert und Teams mehr Risiko eingehen, bleibt abzuwarten. Für den Einstieg ins Event war Stabilität jedoch klar die wichtigste Währung.