Riot Games streicht ab 2026 die Split‑Prizepools in den großen LoL‑Ligen LEC, LCK und LCS. Stattdessen fließen die Gelder in den Global Revenue Pool (GRP), der Teams über Umsatzbeteiligung, Roadshows und Bootcamps finanziert. CBLOL und LCP bleiben verschont.
Die Entscheidung sorgt für heftige Diskussionen: Hilft der Schritt kleinen Organisationen – oder schwächt er die Anreize für Spitzenleistungen?
Warum die Preisgelder fallen
Riot begründete die Abschaffung der Playoff‑Prämien mit der „Modernisierung“ des globalen Modells. Laut Esports Insider waren die regionalen Preisgelder im Vergleich zur Boom‑Ära gering: ein LEC‑Split bot 2025 gerade einmal 80.000 €, während die LCK insgesamt 562,5 Mio. Won (ca. 324.000 €) auszahlte.
Riot argumentiert, die Gelder würden besser in internationale Events, Bootcamps und Marketing investiert. Internationale Turniere wie MSI und Worlds behalten ihre Preisgelder.
Die LoL‑ESport‑Strategin Jordan Marney schreibt, dass die Prämien im Vergleich zur Franchise‑Hochzeit „vergleichsweise klein“ waren und sich das System stärker an das Valorant‑Modell annähere. Die LCP (Lateinamerika) und CBLOL in Brasilien bleiben vom Schnitt unberührt, weil sie andere Partnerschaftsmodelle nutzen.
Wie Teams künftig Geld verdienen
Ohne Split‑Preisgelder müssen Teams neue Einnahmequellen erschließen. Riot will Roadshows in Nordamerika finanzieren und Bootcamps nach Korea ermöglichen. Je besser ein Team in der Liga abschneidet, desto größer wird sein Anteil am GRP: Platzierungen und Fanbindung werden stärker vergütet.
15 % des Pools gehen an Organisationen, die besonders treue Communities aufbauen. Für LCK‑Teams bleibt die Situation heikel: Laut Gen.G‑CEO Arnold Hur seien die Esport‑Kosten um 40 % gesunken, während die Gehälter stiegen.
In der LCS ermöglicht der Wegfall des Preisgeldes finanzielle Umschichtungen. Teams, die den Spring Split nicht gewinnen, erhalten nun die Chance auf ein bezahltes Bootcamp in Korea. Für die LEC könnte die Umstellung kleinere Marken wie KOI oder Karmine Corp stärken, weil stabile Fans zum Maßstab werden.
Kritiker befürchten jedoch, dass fehlende Prämien die sportliche Spitze weniger belohnen und Investoren abschrecken könnten.
Die Reaktionen der Szene
Sheep Esports fasst die Kontroversen zusammen: Der MSI‑Champion‑CEO Arnold Hur nannte das Streichen der Preisgelder „bedauerlich“. Spieler und Fans reagieren gespalten – einige freuen sich über die zusätzliche finanzielle Stabilität, andere vermissen den unmittelbaren Anreiz der Playoffs.
Auf Reddit war von einer „Deprofessionalisierung“ die Rede, weil Teams ohne Siegprämien „nur noch auf Gehalt“ spielen.
Befürworter sehen den Schritt als nötige Anpassung an eine reifere Esport‑Branche: Das GRP garantiert Einnahmen unabhängig von kurzen Erfolgsschwankungen und könnte langfristig mehr Teams nachhaltig finanzieren. Zudem bleibt der Worlds‑Jackpot von fünf Millionen US‑Dollar bestehen.
Fazit
Die Zentralisierung der LoL‑Finanzen ist ein Paradigmenwechsel. Riot entfernt den Nervenkitzel kleinerer Preisgeld‑Checks zugunsten einer geregelten Umsatzbeteiligung.
Ob sich das für Fans wie ein fairer Deal anfühlt oder der Esport‑Spirit leidet, wird die Saison 2026 zeigen. Bis dahin gilt: Geld allein gewinnt keine Spiele – weder viel noch wenig.