Krafton zwingt PUBG-Profis in den Casual-Mode: Third-Person als neue Norm

Ben Touati
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Inhaltsverzeichnis
  1. Zwölf globale Events, eine Perspektive
  2. Was das für die Pro-Szene bedeutet
  3. Das offene Qualifikationsfenster als Ausgleich
  4. Fazit

Krafton hat für die PUBG-Esports-Saison 2026 ein Format beschlossen, das in der Profi-Community polarisiert: Alle offiziellen Turniere laufen künftig in der Third-Person-Perspective (TPP).

Die First-Person-Perspective (FPP), jahrelang Standard im Wettkampf, verschwindet aus dem professionellen Kalender. Begründung: mehr Publikum, niedrigere Einstiegshürden.

Zwölf globale Events, eine Perspektive

Das neue Roadmap umfasst vier PUBG Global Series (PGS) mit jeweils drei Serien-Abschnitten, insgesamt zwölf internationale Events mit einem Gesamtpreisgeld von zwei Millionen US-Dollar.

Hinzu kommen der PUBG Nations Cup im Juni, PUBG beim Esports World Cup in Riad im Juli sowie das PUBG Global Championship im Dezember.

Krafton verpflichtet außerdem zwölf Global Partner Teams, darunter Gen.G, Natus Vincere, Team Falcons und Virtus.pro, für eine jährliche Förderung von über einer Million Dollar.

Der entscheidende Parameter: Sämtliche dieser Events finden in TPP statt. Das ist eine direkte Umkehrung der bisherigen Logik. FPP galt in der professionellen Szene als taktisch überlegen, weil die reduzierte Sichtweite mehr kognitives Skill-Testing erlaubt.

Krafton argumentiert dagegen mit Daten: Die überwiegende Mehrheit der weltweit über einer Milliarde PUBG-Spieler nutzt TPP.

Was das für die Pro-Szene bedeutet

Der TPP-Wechsel ist kein rein technischer Eingriff. Er verändert die Meta grundlegend. In FPP sind Positionierung und Rotationen durch die begrenzte Sichtweite eng definiert.

TPP erlaubt das Peeken hinter Deckungen, ohne den Körper zu exponieren. Viele FPP-Spezialisten der letzten Jahre müssen ihren Spielstil neu kalibrieren.

Krafton hat die Entscheidung mit der PUBG Players Tour 2025 untermauert, bei der über 5.000 Teams in TPP spielten und starke Zuschauerzahlen erreichten.

Das ist ein Argument, das Publisher regelmäßig nutzen: Wenn Freizeitformat und Profi-Format konvergieren, steigt potenziell die Identifikation des Durchschnittsspielers. Ob das für PUBG gilt, ist ungeklärt.

Das offene Qualifikationsfenster als Ausgleich

Krafton betont das offene Qualifikationssystem ausdrücklich. Regional Scrims, Regional Cups und Regionale Serien erlauben es Challenger-Teams, Partner-Teams direkt herauszufordern.

Der Übergang zu TPP kombiniert mit einem breiteren Zugang ist kalkuliert: Mehr Zuschauer, mehr Teilnehmer, mehr In-Game-Integration durch Esports-Pass und Fantasy League. Die Partner-Teams bekommen die Stabilität, die offene Szene bekommt den Einstieg.

Was trotzdem offenbleibt: Die härteste PUBG-Fangemeinde, die FPP als untrennbar mit kompetitivem Play verbunden betrachtet, wird mit dieser Saison keinen offiziellen Wettbewerb in ihrer bevorzugten Spielweise mehr sehen.

Krafton hat sich entschieden. Die Community darf kommentieren.

Fazit

Krafton hat mit TPP-only eine alte Debatte in der PUBG-Szene beendet. Die Antwort lautet: TPP gewinnt, weil mehr Leute zuschauen.

Ob das der richtige Grund ist, darüber werden Foren noch lange diskutieren. Die Profi-Szene fängt aber schon mal an zu üben.

Ben Touati

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Ben Touati schreibt über Esports, Games und digitale Welten – mit einem Blick, der zwischen analytischem Tiefgang und nerdiger Begeisterung pendelt. Sein Background in Linguistik verleiht ihm ein feines Gespür für Sprache, Struktur und die kleinen Nuancen, die große Geschichten tragen. Ob aktuelle Entwicklungen im kompetitiven Gaming, neue Trends oder Arnold Schwarzeneggers Englisch: Ben liefert Einordnungen mit Substanz – immer durchzogen von Popkultur-Referenzen, filmreifen Metaphern und dem leisen Verdacht, dass das alles irgendwie mit Buffy the Vampire Slayer und Watchmen zu tun hat.
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