NAVI-IGL Aleksib im Gespräch über Teamdynamik und Balance

Linda Güster
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Inhaltsverzeichnis
  1. Neue Gesichter, neue Energie
  2. Älter werden im jungen Geschäft
  3. Kleine Fluchten aus dem Trainingsalltag
  4. Padle in Barcelona und andere Experimente
Aleksib im Interview
Image credit: Aleksib / Photo by Linda Güster

Aleksi „Aleksib“ Virolainen wirkt entspannt, aber nachdenklich. Der finnische In-Game-Leader von Natus Vincere spricht mit mir beim Media Day der IEM Cologne 2025, zu welchem ich von der ESL FACEIT Group eingeladen wurde, über Veränderungen im Team, das Älterwerden in einer jungen Szene und kleine Fluchten aus dem Trainingsalltag. Nach Jahren im Geschäft weiß er: Nichts ist selbstverständlich, und neue Energie kann alles verändern. Ein Gespräch über Realismus, Motivation und die Kunst, auch nach langer Zeit noch Spaß am Spiel zu haben.

Neue Gesichter, neue Energie

Mit Makase haben sie einen Spieler geholt, der Aleksib an sich selbst erinnert. „Ihn bei seinem ersten großen Event zu sehen, aufgeregt wegen der Medien-Sachen, aufgeregt darauf, auf der Bühne zu spielen, das bringt diese Energie mit, bei der ich mir den jungen mich in seinen Schuhen vorstellen kann. Ich war genauso.“

Nach zwei Jahren zusammen war Veränderung nötig. „Wir waren zwei Jahre ein Team, und das ist eine wirklich lange Zeit im Esports. Ich hatte eine Phase, in der ich drei Teams innerhalb von eineinhalb Jahren gewechselt habe. Also zwei Jahre zusammen zu sein, egal wer geht, ist immer traurig zu sehen.“

Aber genau das macht den Unterschied. „Für jedes Team nach zwei Jahren ist neue Energie, etwas Neues in deiner Umgebung immer gut, weil es dich aufgeregt hält. Und wie du sagtest, ich spiele schon eine Weile, also hilft es mir auch, die extra Motivation zu bekommen, um weiter vorwärtszugehen.“

Älter werden im jungen Geschäft

Das Thema Alter beschäftigt Aleksib mehr, als er früher zugegeben hätte. „Ich denke, dass ich real zu mir selbst sein muss und verstehen, dass ich älter werde, und je älter du wirst, desto unwahrscheinlicher wird deine Karriere. Wie du sagtest, du kannst Dinge nicht für selbstverständlich halten.“

Die Erkenntnis ist hart, aber notwendig. „Ich muss begreifen, dass ich die nötige Arbeit reinstecken muss, um da zu bleiben, wo ich bin. Esports-Karrieren können kurz sein, meine hat jetzt schon eine gute Zeit gedauert, worüber ich froh bin – das ist ein großer Erfolg für sich.“

Trotzdem bleibt die Ungewissheit. „Ich denke, es könnte nächstes Jahr aufhören, in zwei Jahren, und ich versuche, alles mitzunehmen, was ich kann. Wenn ich an all die Tage weg von zu Hause oder von geliebten Menschen denke, versuche ich daran zu denken, dass es nicht für immer sein wird, und ich versuche mein Bestes zu geben.“

Kleine Fluchten aus dem Trainingsalltag

Reisen bedeutet für Aleksib mehr als nur Turniere. „Wenn ich irgendwo bin, in einer Stadt, in der ich noch nicht war, oder in einer Stadt, in der ich war, aber nicht alles erkundet habe, und wir uns für die Playoffs qualifizieren oder ein paar Tage vor einem Match haben, versuche ich rauszugehen, einen Kaffee an einem Ort zu trinken, der schön sein könnte.“

Das sind die Momente, die zählen. „Versuche, diese kleinen Momente für dich selbst zu haben oder mit einem Teamkollegen rauszugehen, einfach um die Dinge aufzulockern und zu verstehen – wir verbringen die meiste Zeit in Trainingsräumen, die kleine Hotelzimmer sind, wo sechs Computer stehen, das Team, der Coach, normalerweise ein Manager, Leute, die in einem winzigen Raum rumlaufen.“

Die Enge macht etwas mit einem. „Es wird ziemlich überfüllt, also ist es sehr schön rauszugehen und solche Sachen zu machen. Einfach um richtig zu atmen.“

Padle in Barcelona und andere Experimente

Aktiv bleiben gehört zu Aleksibs Strategie. „Ich versuche auch, aktiv zu bleiben, ins Fitnessstudio zu gehen, oder als wir in Barcelona ein Bootcamp hatten, bin ich Padle spielen gegangen, habe für eine Stunde bezahlt.“

Es geht um Balance. „Ich versuche, diese extra Stunden zählen zu lassen, manchmal ein- oder zweimal die Woche, mindestens zu versuchen, etwas anderes zu machen, als nur im Trainingsraum zu sitzen oder nichts zu tun.“

Nach Jahren im Geschäft sind es diese kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Nicht die großen Gesten oder revolutionären Änderungen, sondern die bewussten Pausen, die neuen Gesichter im Team und die Erkenntnis, dass auch die längste Karriere irgendwann endet.

Transparenzhinweis: Die im Artikel verwendeten Zitate stammen aus einem englischsprachigen Gespräch und wurden sinngemäß ins Deutsche übertragen.

Linda Güster

Journalistin
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Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
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