TFT Paris Open: 768 Spieler, ein Sieger, viel Hype

Linda Güster
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Inhaltsverzeichnis
  1. Open Bracket: Jeder kann mitmachen, die wenigsten kommen durch
  2. 300.000 Dollar klingen viel, sind aber ungleich verteilt
  3. Ticketpreise machen Zuschauen zum teuren Vergnügen
  4. Community-Events als Trostpflaster
TFT Paris Open
Image credit: TFT / Teamfight Tactics

Riot holt Teamfight Tactics nach Paris und macht vom 12. bis 14. Dezember 2025 die große Show. 768 Spieler kämpfen um über 300.000 Dollar Preisgeld, 100.000 davon für den Sieger. Das klingt nach einem spektakulären Event – bis man auf die Ticketpreise schaut und merkt, dass auch Zuschauen seinen Preis hat.

Wer mitspielen will, zahlt zwischen 199 und 399 Dollar je nach Rank. Challenger und Tactician’s Crown bekommen Rabatt, alle anderen zahlen voll. Zuschauer-Tickets starten bei 35 Euro Early Bird und steigen auf 45 Euro regulär. Das Wochenende kostet 130 Euro – nicht gerade ein Schnäppchen.

Open Bracket: Jeder kann mitmachen, die wenigsten kommen durch

768 Spieler im Open Bracket bedeutet theoretisch gleiche Chancen für alle. Praktisch haben Pros und High-Elo-Spieler trotzdem die besseren Karten. Das Punktesystem ist simpel: Acht Punkte für Platz eins, ein Punkt für Platz acht. Nach Tag eins bleiben nur 256 übrig.

Das Checkmate-Format am zweiten Tag hat seinen eigenen Charme. 20 Punkte sammeln reicht nicht – wer weiterkommen will, muss seine Lobby gewinnen. Das bringt Spannung, kann aber auch frustrierend sein, wenn man knapp scheitert.

Die Punktestände werden nach jedem Tag zurückgesetzt. Das gibt gescheiterten Spielern theoretisch neue Chancen, macht aber auch Erfolge vom Vortag zunichte. Riot will Spannung bis zum Schluss, bekommt aber auch Kritik für das unberechenbare Format.

300.000 Dollar klingen viel, sind aber ungleich verteilt

Der Preispool wirkt beeindruckend, die Verteilung ist brutal. 100.000 Dollar für den Sieger, 25.000 für Platz zwei, dann fällt es schnell ab. Platz 65 bis 128 bekommen noch 450 Dollar – das deckt gerade mal die Anreisekosten.

Für die Top-Spieler lohnt sich Paris definitiv. Wer aber nur mittelmäßig abschneidet, macht Verluste. Flüge, Hotel, Verpflegung in Paris – da sind 450 Dollar schnell weg. Das macht das Event zu einem High-Risk-Gamble für alle außer den absoluten Favoriten.

Immerhin bekommen 128 Spieler etwas ab. Bei 768 Teilnehmern ist das etwa jeder sechste. Nicht schlecht, aber auch nicht überwältigend großzügig.

Ticketpreise machen Zuschauen zum teuren Vergnügen

35 Euro für einen Tag Early Bird, 45 Euro regulär – das ist happig für ein TFT-Event. Das Wochenende für 130 Euro kostet mehr als manche AAA-Games. Dazu kommen Anfahrt, Hotel und Verpflegung in Paris. Schnell wird der Event-Besuch zum 500-Euro-Wochenende.

Das Brilliance Bundle für 150 Dollar verspricht bessere Plätze und Extras. Wer schon 130 Euro für Tickets zahlt, überlegt sich die 20 Euro Aufpreis vielleicht. Riot weiß, wie man die letzten Euros aus den Fans herauskitzelt.

Die gestaffelten Verkaufstermine nach Ranking sorgen dafür, dass High-Elo-Spieler zuerst zugreifen können. Das ist logisch für Competitor Passes, bei Zuschauer-Tickets aber fragwürdig.

Community-Events als Trostpflaster

Neben dem Hauptturnier gibt’s 4v4-Modi, Double Up und den „Mort Mode“. Das soll Fans bei Laune halten, die nicht nur zugucken wollen. Meet-and-Greets und Panels runden das Programm ab.

Das alles kostet extra Zeit und kann vom eigentlichen Turnier ablenken. Wer hauptsächlich wegen der Wettkämpfe kommt, interessiert sich vielleicht weniger für Minispiele und Community-Aktionen.

Die Events zeigen aber auch, dass Riot TFT als mehr als nur Turnierspiel sieht. Die Community soll eingebunden werden, auch wenn das Budget und Zeit kostet.

Das TFT Paris Open wird sicher ein spektakuläres Event. Die Frage ist nur, ob es das Geld wert ist – für Spieler wie für Zuschauer.

Linda Güster

Journalistin
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Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
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