Die Welt des Esports ist bekannt für rasante Technologiezyklen sowie Einfallsreichtum. Kürzlich löste die Verwendung von KI-erzeugter Kunst jedoch Auseinandersetzungen aus. ESL FACEIT Group entfachte eine Diskussion, als sie durch Studio Ghibli beeinflusste KI-Bilder für Counter-Strike publizierte. Einige erachteten dies als kreativen Weg, doch die meisten Fans bemängelten diesen Entschluss heftig.
Der Ursprung der Diskussion
Am 26. März 2025 gab der offizielle Counter-Strike-Account der ESL auf X (früher Twitter) vier von einer KI erstellte Bilder heraus. Das Team wollte ikonische Momente aus dem Spiel auf künstlerische Weise ehren – dies geschah mit der Bildunterschrift: „Wenn Counter-Strike ein Studio-Ghibli-Film wäre.“ Aber statt Beifall hagelte es Kritik. Viele Fans warfen der ESL vor, dass sie lieber „KI-Schrott“ anstelle von Künstlern einsetzte.
Studio Ghibli als Inspiration
Studio Ghibli diente mit Absicht als Vorbild. Die japanischen Animationsstudios sind bekannt für ihren ausgeprägten Stil, der sich durch Tiefgang, Gefühle und eine beständige Schönheit auszeichnet. Jedoch ist hier die Schwierigkeit: KI kann den Stil zwar nachbilden, aber die zugrundeliegenden Gefühle sowie Absichten kann sie nicht erfassen. Für etliche E-Sport-Interessierte fehlt bei Kunst, die von KI geschaffen wurde, die menschliche Note.
Reaktionen der Fans
Die Reaktionen waren scharf wie mehrheitlich ablehnend. „So etwas entwertet die Bedeutung dieser Momente“ lauteten vorherrschende Äußerungen in der Auseinandersetzung. ESL wurde von Kritikern Faulheit vorgeworfen, wobei sie hervorhoben, wie wenig Bemühung für die Beauftragung eines Künstlers nötig gewesen wäre. In der Anwendung von KI erblickten sie eine Bedrohung der Echtheit des Spiels und seiner Erzählung.
Die Rolle von Technologie im Esport
Doch nicht alle waren gegen die Verwendung von KI. Einige Stimmen aus der Community, darunter Esport-Kommentator Michal Kabele, wiesen darauf hin, dass KI unaufhaltsam in alle Branchen vordringt – auch in den Esport. Die Frage ist also weniger, ob KI eingesetzt wird, sondern wie.
Argumente für den Einsatz von KI
Befürworter argumentieren, dass KI ein Werkzeug ist, das Zeit und Ressourcen spart. Sie sehen Potenzial in der Technologie, vor allem bei der Erstellung von Inhalten oder Analysen. Für sie ist diese Entwicklung nur der nächste Schritt in einer ohnehin technikorientierten Branche.
Die Debatte um Authentizität
Doch der Einsatz von KI wirft Fragen zur Authentizität auf. Esport lebt von echten, greifbaren Momenten und einer Community, die sich mit der Kunst und den Geschichten identifiziert. Wenn diese durch Maschinen generiert wird, fühlen sich viele Fans entfremdet. Authentizität bleibt in einer Branche, die von Kreativität lebt, ein entscheidender Faktor.
Weitere Fälle und Branchenweite Perspektiven
ESL ist nicht die einzige Organisation. Auch andere wie FaZe Clan wie OpTic Gaming haben KI-Kunst präsentiert und ähnliche Reaktionen erhalten. Diese Ereignisse zeigen, dass die Nutzung von KI ein umfassendes Gespräch innerhalb der Esport-Industrie bedingt.
FaZe Clan zeigte eine Reihe von durch Studio Ghibli inspirierten Bildern mit dem Hashtag „Wenn der Subathon ein Studio-Ghibli-Film wäre“. Zudem teilte der Gründer des Clans, Richard „FaZe Banks“ Bengston, eigene KI-Bilder. Aber auch FaZe sah sich mit Anschuldigungen der Faulheit und fehlender Originalität konfrontiert.
Bei Optic Gaming, einer der ältesten Esport-Firmen, war die Enttäuschung der Fans ebenso deutlich. Viele erwähnten, dass die Anstellung eines tatsächlichen Künstlers nicht nur höhere Qualität geliefert, sondern auch einen größeren kulturellen Wert erschaffen hätte.