Was bisher nur auf echten Rennstrecken galt, zieht jetzt in den virtuellen Motorsport ein. Die FIA lässt beim MENA Esports Championship in Amman zum ersten Mal ihren International Sporting Code greifen. Damit macht sie deutlich, wie ernst sie die Zukunft des Sim Racings nimmt.
Wenn Simulation Realität trifft
Vom 13. bis 15. November wird Jordanien zum Schauplatz des ersten FIA-Events. Das ist ein virtuelles Rennen, mit denselben Regularien versehen wie Formel- oder Rally-Wettbewerbe. Das Event ist Teil des FIA Sport Grant Programme und zählt inzwischen zu den größten Sim-Racing-Meisterschaften im Nahen Osten. Über 1.200 Fahrerinnen und Fahrer aus der Region haben sich seit 2021 qualifiziert. Diesmal schaffen es 24 ins große Finale auf Gran Turismo 7.
Begleitet wird das Event von einem offiziellen Rennleiter, zwei internationalen Stewards und einem sportlichen Koordinator. Das alles sind Positionen, die sonst bei echten FIA-Wettbewerben besetzt werden. Sie sollen sicherstellen, dass das Rennen exakt nach Regelbuch verläuft.
„Das ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit und einer Vision, die den Esport-Motorsport langfristig auf die große Bühne bringt“, erklärt Niroshan Pereira, Präsident der FIA Esports Commission.
Mehr als nur ein Turnier
Die FIA nutzt das Event, um die Grenze zwischen virtuellen und physischen Rennwelten weiter zu verwischen. Wer das MENA Esports Championship gewinnt, wird nicht nur Champion einer wachsenden Szene – sondern erhält auch eine Einladung zu den offiziellen FIA Awards, Seite an Seite mit den Stars des echten Motorsports.
Die Initiative folgt einer ganzen Reihe an Projekten, mit denen die FIA Sim Racing systematisch in ihre Strukturen integriert. Nach der Einführung einer globalen Esports-Umfrage im Sommer und dem Debüt digitaler Rennen im Rahmen der Karting-Weltmeisterschaft steht fest: Es geht nicht mehr um Experimente, sondern um eine echte Zukunftsperspektive.
Ein Schritt, der Maßstäbe setzen könnte
Ob andere Veranstalter nachziehen, bleibt abzuwarten – doch der Ton ist gesetzt. Das FIA MENA Esports Championship ist mehr als ein Turnier. Es ist ein Testlauf für eine neue Ära, in der virtuelle Rennen nicht mehr als Nebenprogramm gelten, sondern als offizieller Teil des Motorsports.
Und wenn am 13. November die Startampel in Amman auf Grün springt, beginnt vielleicht genau dort das, was in ein paar Jahren ganz selbstverständlich zur Welt des Rennsports gehören wird.