Unicorns of Love öffnet sich für die Community

Linda Güster
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Inhaltsverzeichnis
  1. Mehr als ein klassisches Investment
  2. Eine Organisation mit Geschichte
  3. Crowdfunding im Esports kein Einzelfall mehr
  4. Ein Statement für die Zukunft
Unicorns Of Love
Image credit: via X

Unicorns of Love geht einen Schritt, den viele Organisationen lange diskutieren, aber nur wenige wirklich gehen. Der deutsche Esports-Veteran bietet erstmals Anteile am eigenen Unternehmen an und startet dafür eine Crowdfunding-Kampagne über Crowdcube. Bis zu elf Prozent der Organisation sollen dabei in die Hände der Community gehen. Die Early-Access-Registrierung ist bereits geöffnet, der eigentliche Funding-Round soll in den kommenden Tagen starten.

Für Unicorns of Love ist es ein bewusst emotionaler Schritt. In der Ankündigung spricht die Organisation davon, dass alles mit fünf Amateurspielern, einem verrückten Namen und noch verrückteren Picks begonnen habe. Jetzt wolle man den nächsten Entwicklungsschritt gemeinsam mit jenen gehen, die diesen Weg überhaupt erst möglich gemacht haben.

Mehr als ein klassisches Investment

Dass Unicorns of Love diesen Weg wählt, ist kein klassisches Kapitalbeschaffungsmanöver. Es geht weniger um reine Zahlen und mehr um Identifikation. Erstmals können Fans und Unterstützer nicht nur symbolisch, sondern tatsächlich als Miteigentümer Teil der Organisation werden.

Wie hoch das angestrebte Volumen der Runde ist, wurde bislang nicht kommuniziert. Klar ist aber, dass der Schritt auch ein Signal ist. In einer Branche, die oft von kurzfristigen Investoren, schnellen Ein- und Ausstiegen und wechselnden Strategien geprägt ist, setzt Unicorns of Love auf Nähe, Transparenz und Langfristigkeit.

Eine Organisation mit Geschichte

Unicorns of Love wurde 2014 gegründet und ist vor allem durch seine Zeit in League of Legends bekannt geworden. Schon im ersten Jahr gelang mit Spielern wie PowerOfEvil, Hylissang und Vizicsacsi der Aufstieg in die EU LCS, die heutige LEC. Zweimal stand das Team dort sogar im Spring Split im Finale, bevor mit der Einführung des Franchise-Systems 2019 ein Einschnitt folgte.

Nach dem Aus in der LEC blieb die Organisation dennoch präsent. Über die LCL qualifizierte sich Unicorns of Love mehrfach für die World Championships und baute parallel ihre Position in der deutschen Szene aus. Titel in der Prime League und konstante Präsenz auf nationaler Ebene hielten die Marke sichtbar, auch ohne Platz im europäischen Franchise-System.

Neben League of Legends war die Organisation zwischenzeitlich auch in anderen Titeln aktiv, darunter Counter-Strike, Wild Rift, PUBG Mobile und VALORANT. Unicorns of Love hat sich dabei nie als reine One-Game-Brand verstanden, sondern immer als flexibles Esports-Konstrukt mit starker Identität.

Crowdfunding im Esports kein Einzelfall mehr

Ganz neu ist der Ansatz im Esports nicht, aber er bleibt die Ausnahme. Bereits vor einigen Jahren nutzte die britische Organisation Fnatic Crowdcube für eine Crowd-Equity-Kampagne und übertraf das ursprüngliche Ziel deutlich. Auch in Nordamerika experimentierten Teams wie Sentinels mit Community-Finanzierung über Plattformen wie StartEngine.

Der Schritt von Unicorns of Love fügt sich damit in einen langsam wachsenden Trend ein, bei dem Organisationen versuchen, ihre Fanbasis nicht nur als Zuschauer, sondern als Teil des Geschäftsmodells zu verstehen.

Ein Statement für die Zukunft

Ob das Crowdfunding wirtschaftlich ein großer Erfolg wird, bleibt abzuwarten. Als Zeichen wirkt es aber jetzt schon stark. Unicorns of Love positioniert sich als Organisation, die ihre Wurzeln ernst nimmt und ihre Community nicht nur bespielt, sondern einbindet.

In einer Szene, in der Loyalität oft auf die Probe gestellt wird, ist genau das vielleicht der mutigste Move.

Linda Güster

Journalistin
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Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
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