VCT-Verträge laufen 2027 aus: VALORANT-Partner müssen um ihre Slots kämpfen

Ben Touati
Jasmin Bosley
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Inhaltsverzeichnis
  1. Die ersten Wechsel sind schon passiert
  2. Fanbase schlägt sportliche Dominanz
  3. Ascension-Teams sind die Konkurrenz
  4. Revenue-Shares als Anreiz
  5. 2027 wird das Jahr der Abrechnung

Die ersten 30 VCT-Partner-Teams haben ihre Slots 2023 für vier Jahre gesichert. Das bedeutet: Nach der Saison 2026 laufen die Verträge aus. Riot kann dann entscheiden, wer bleibt – und wer rausfliegt. Gentle Mates ersetzte bereits KOI, TALON wurde durch FULL SENSE ersetzt.

Das Signal ist klar: Wer nicht liefert, ist raus. Teams müssen jetzt beweisen, dass sie mehr sind als nur kompetitive Lineups. Riot bewertet Fanbase, Content, Marketing, operative Stabilität. Sportlicher Erfolg allein reicht nicht. Die nächsten 18 Monate entscheiden, wer 2027 noch dabei ist. Für manche Orgs läuft die Uhr schon jetzt ab.

Riot hat das Auswahlverfahren klar strukturiert: Teams werden nach denselben Kriterien bewertet, die auch 2023 galten. Sportliche Ergebnisse sind wichtig, aber nicht alles. Wer keine Fanbase aufbaut, keinen Content produziert und keine Marketing-Power hat, wird ersetzt – egal, wie viele Maps man gewinnt.

https://twitter.com/RiotStupendous/status/1970082263917338902

Die ersten Wechsel sind schon passiert

KOI flog 2025 raus. Riot begründete das mit „inkonsistenter Performance“ und „Vertragsverletzungen“. Die Org verlor ihren Slot, Gentle Mates rückte nach. Das war ein Warnsignal für alle Partner-Teams: Der Status ist nicht sicher. Riot kann jederzeit eingreifen, wenn die Leistung nicht stimmt.

TALON in der Pacific-Region ereilte dasselbe Schicksal. FULL SENSE übernahm den Slot. Beide Fälle zeigen: Riot ist bereit, Franchises zu kündigen, wenn die Bedingungen nicht erfüllt werden. Sportlicher Erfolg ist eine Komponente, aber längst nicht die einzige.

Daniel Ringland, Head of VALORANT Esports EMEA, beschrieb den Prozess als „invite-only selection“. Zehn Organisationen wurden eingeladen, sich zu bewerben – darunter ehemalige Ascension-Teams und ausscheidende Guest-Teams. Das Auswahlverfahren orientiert sich an Fandom, Community-Engagement, Marketing-Fähigkeiten und operativer Bereitschaft.

Fanbase schlägt sportliche Dominanz

Teams wie G2, Sentinels oder Fnatic haben nichts zu befürchten. Ihre Fanbases sind riesig, ihre Merch-Sales funktionieren, ihre Content-Produktion läuft. Aber was ist mit den kleineren Orgs? Global Esports in Indien hat eine loyale Fanbase, aber sportlich liefert die Org selten. Wird das reichen?

Riot hat bereits gezeigt, dass Fandom-Metriken schwer wiegen. Der „Fandom Share“ im Global Revenue Pool macht 15 Prozent aus. Teams, die keine starke Brand aufbauen, bekommen weniger vom Kuchen ab. Und wenn die Verträge 2027 neu verhandelt werden, könnten genau diese Teams rausfallen.

DFM (DetonatioN FocusMe) ist ein ähnlicher Fall. Die Org hat in Japan Tradition, aber in VALORANT läuft es sportlich katastrophal. Wenn Riot einen japanischen Slot behalten will, gibt es andere Kandidaten: ZETA DIVISION, Crazy Raccoon, Fennel. Orgs mit besserer Performance und vergleichbarer Reichweite.

Ascension-Teams sind die Konkurrenz

Riot hat das System bewusst so gebaut, dass Ascension-Teams zur Bedrohung werden. Leo Faria, Global Head of VALORANT Esports, sagte 2024: „Teams in Challengers sind die ersten in der Reihe, wenn Slots frei werden.“ Das war kein leeres Versprechen. Gentle Mates kam aus der zweiten Liga, FULL SENSE ebenso.

Orgs wie MOUZ, FOKUS oder SK Gaming warten auf ihre Chance. Sie haben in Tier 2 bewiesen, dass sie funktionieren. Sie haben Fanbases aufgebaut, Content produziert, Strukturen etabliert. Wenn 2027 mehrere Slots frei werden, sind sie die ersten Kandidaten.

Das setzt Partner-Teams unter Druck. Wer jetzt nicht in Marketing, Content und Community-Building investiert, wird 2027 ersetzt. Sportlicher Erfolg ist eine Komponente, aber längst nicht ausreichend.

Revenue-Shares als Anreiz

Riot hat 2025 über 100 Millionen Dollar an Partner-Teams ausgeschüttet – aus Team-Bundles, Skins, Kapseln. Das System funktioniert. Teams wie Sentinels, G2 oder Fnatic verdienen Millionen über digitale Inhalte. Aber nur, wenn ihre Fans kaufen. Und Fans kaufen nur, wenn die Brand stark ist.

Teams, die keine Bundles verkaufen, bekommen auch weniger vom GRP ab. Riot hat das VALORANT-Modell bewusst so gestaltet, dass finanzielle Performance und Marken-Stärke gekoppelt sind. Wer keine Fans hat, verdient kein Geld. Wer kein Geld verdient, wird 2027 ersetzt.
Das ist brutal, aber effektiv. Riot zwingt Teams dazu, wie Medienunternehmen zu denken. Wer nur auf sportlichen Erfolg setzt, verliert langfristig.

2027 wird das Jahr der Abrechnung

Die Partner-Verträge laufen nach der Saison 2026 aus. Riot wird dann entscheiden, wer bleibt. Manche Orgs werden rausfallen – entweder, weil sie sportlich versagt haben, oder weil ihre Fanbase zu schwach ist. Andere werden hinzukommen – Ascension-Champions, starke Tier-2-Brands, neue Investoren.

Das System ist dynamischer als League of Legends, aber härter als klassische Open-Ligen. Teams haben Sicherheit für vier Jahre, danach wird neu verhandelt. Riot behält die Kontrolle. Und die Botschaft ist klar: Wer nicht liefert, fliegt raus.

Für Fans bedeutet das: Mehr Wettbewerb, mehr Drama, mehr Unsicherheit. Für Teams: Mehr Druck, mehr Investitionen, mehr Risiko.

2027 wird zeigen, wer die Hausaufgaben gemacht hat. Und wer nur auf Glück gesetzt hat.

Ben Touati

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Ben Touati schreibt über Esports, Games und digitale Welten – mit einem Blick, der zwischen analytischem Tiefgang und nerdiger Begeisterung pendelt. Sein Background in Linguistik verleiht ihm ein feines Gespür für Sprache, Struktur und die kleinen Nuancen, die große Geschichten tragen. Ob aktuelle Entwicklungen im kompetitiven Gaming, neue Trends oder Arnold Schwarzeneggers Englisch: Ben liefert Einordnungen mit Substanz – immer durchzogen von Popkultur-Referenzen, filmreifen Metaphern und dem leisen Verdacht, dass das alles irgendwie mit Buffy the Vampire Slayer und Watchmen zu tun hat.
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