Chinas VALORANT-Hoffnung zerbricht in Santiago

Ben Touati
Jasmin Bosley
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Inhaltsverzeichnis
  1. Zwei Teams, null Playoff-Tickets
  2. Der VCT-China-Zyklus unter der Lupe
  3. Strukturproblem oder Formtief?
  4. Fazit
Image credit: Riot Games

Titelverteidiger EDward Gaming und Xi Lai Gaming sind bei VALORANT Masters Santiago ausgeschieden. Beide chinesischen Teams überlebten die Swiss Stage nicht.

Für eine Region, die erst 2024 in die VCT aufgenommen wurde und sich seitdem als ernstzunehmende Kraft positionieren wollte, ist das Ergebnis ein Rückschlag mit Signalwirkung.

Zwei Teams, null Playoff-Tickets

EDG, Champions-Sieger von 2024, reiste als Favorit nach Chile. Doch schon in der Swiss Stage wurde klar, dass das Roster die Offseason nicht optimal genutzt hatte. Nach einer Niederlage gegen T1 und einem weiteren verlorenen Entscheidungsmatch war Schluss.

XLG erging es nicht besser: Das Team konnte in keiner Serie überzeugen und verabschiedete sich ohne einen einzigen Sieg aus dem Turnier.

Damit steht China nach drei Spieltagen ohne Vertreter in den Playoffs. Zum Vergleich: Paper Rex aus der Pacific-Region startete mit einem souveränen 2:0 gegen G2 ins Turnier und steht nach drei Siegen bereits sicher in der nächsten Phase.

Der VCT-China-Zyklus unter der Lupe

Chinas Aufnahme in die VCT war 2024 ein strategischer Schachzug von Riot. Die Region brachte Sponsorengelder, eine riesige potenzielle Zuschauerschaft und mit EDG einen sofortigen Champion. Doch hinter dem Titel steckte damals ein Meta-Vorteil und ein günstiges Bracket. In Santiago fehlte beides.

Die Chinese-VALORANT-Liga läuft weiterhin isoliert vom Rest der VCT-Welt, Scrimmoglichkeiten gegen internationale Top-Teams sind begrenzt.

Das Ergebnis: Wenn es zählt, fehlt die Anpassungsfähigkeit. Besonders die taktische Tiefe auf Maps wie Abyss und Lotus fiel im Vergleich zu EMEA- und Americas-Teams deutlich ab.

Strukturproblem oder Formtief?

Die Frage ist, ob Santiago ein Ausrutscher war oder ob Chinas VALORANT-Ökosystem ein systemisches Problem hat. Die VCT-China-Liga hat zehn partnerschaftlich gebundene Teams. Aber die Ligadichte ist gering, die interne Konkurrenz überschaubar. Während in EMEA und Americas die Kickoff-Turniere brutal kompetitiv sind, fehlt in China dieses Druckventil.

Riot wird die Ergebnisse genau beobachten, denn Ende 2026 läuft der erste VCT-Partnerzyklus aus. 30 Teams müssen sich neu bewerben. Wenn eine ganze Region bei Masters nicht über die Vorrunde hinauskommt, werden Fragen nach der Slot-Verteilung lauter.

Fazit

China hat in Santiago bewiesen, dass ein Champions-Titel allein keine Dauerkarte für die Weltspitze ist. Wer in der VCT langfristig mitspielen will, braucht mehr als Prestige und einen guten Bracket-Draw. Zum Beispiel Siege. Und vielleicht ein paar internationale Scrims.

Ben Touati

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Ben Touati schreibt über Esports, Games und digitale Welten – mit einem Blick, der zwischen analytischem Tiefgang und nerdiger Begeisterung pendelt. Sein Background in Linguistik verleiht ihm ein feines Gespür für Sprache, Struktur und die kleinen Nuancen, die große Geschichten tragen. Ob aktuelle Entwicklungen im kompetitiven Gaming, neue Trends oder Arnold Schwarzeneggers Englisch: Ben liefert Einordnungen mit Substanz – immer durchzogen von Popkultur-Referenzen, filmreifen Metaphern und dem leisen Verdacht, dass das alles irgendwie mit Buffy the Vampire Slayer und Watchmen zu tun hat.
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