Valve steht in den USA unter Druck. Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James hat Klage gegen den Publisher eingereicht. Der Vorwurf: Valve fördere illegal Glücksspiel über Videospiele – konkret genannt werden Counter-Strike 2, Dota 2 und Team Fortress 2.
Die Klage wurde am 25. Februar eingereicht und basiert auf einer Untersuchung des Attorney General’s Office.
Lootboxen als Glücksspiel
Im Zentrum stehen bezahlte Lootbox-Mechaniken. Laut Klageschrift ermutigen mehrere Valve-Titel Spieler dazu, Geld für zufällige Belohnungen auszugeben – mit der Chance auf besonders wertvolle Items.
James will laut eigener Aussage „Valve dauerhaft daran hindern, Glücksspiel-Funktionen in seinen Spielen zu fördern, unrechtmäßig erzielte Gewinne einziehen und Geldstrafen verhängen“.
Besonders kritisch sieht die Klage, dass Spieler Items aus Lootboxen auf Drittplattformen weiterverkaufen können – teilweise gegen echtes Geld.
Unterstützt wird die Argumentation durch Studien, die Lootboxen mit problematischem Glücksspielverhalten in Verbindung bringen. Die American Psychiatric Association wird mit der Aussage zitiert, dass Glücksspielstörungen das höchste Suizidrisiko unter den Suchtformen aufweisen. Besonders Kinder und junge Erwachsene seien anfällig.
James schrieb auf Social Media: „Valve hat Milliarden verdient, indem es Kindern und Erwachsenen erlaubt hat, illegal zu spielen, um wertvolle virtuelle Preise zu gewinnen. Diese Funktionen sind süchtig machend und schädlich.“
Der Wert digitaler Skins
Lootboxen funktionieren über Zufallsmechanismen mit festgelegten Wahrscheinlichkeiten. Manche Items sind extrem selten – und entsprechend begehrt.
Gerade im Counter-Strike-Ökosystem erzielen bestimmte Skins auf dem Steam Marketplace oder Drittplattformen vier- bis fünfstellige Beträge. Diese wirtschaftliche Dimension spielt in der juristischen Bewertung eine zentrale Rolle.
Zieht Valve sich bereits zurück?
Interessant ist der Zeitpunkt der Klage. Bereits im Herbst wurde mit dem Show-Off-Update in Counter-Strike 2 das sogenannte Genesis Uplink Terminal eingeführt.
Statt Kisten und Schlüssel zu kaufen, können Spieler dort aus mehreren Skins auswählen und sie zu einem festen Preis erwerben. Das System umgeht klassische Lootbox-Mechaniken – insbesondere in Ländern wie den Niederlanden, Belgien oder Frankreich, wo diese bereits eingeschränkt sind.
Zudem ist Valve in den vergangenen Monaten verstärkt gegen Drittanbieter-Websites vorgegangen, die Skin-Gambling oder Case-Opening betrieben haben. Auch die Turnier-Regularien wurden angepasst, sodass Organisatoren und Teams solche Plattformen nicht mehr auf Jerseys oder in Broadcasts bewerben dürfen.
Eine offizielle Stellungnahme zur Klage steht bislang aus.
Sollte das Verfahren weiter Fahrt aufnehmen, könnte es weitreichende Folgen für digitale Monetarisierungsmodelle im Gaming haben – nicht nur für Valve, sondern für die Branche insgesamt.