Die malaysische Organisation Aero Esports ist ab sofort Geschichte im Mobile-Legends-Esport. Nach einer internen Untersuchung hat das MPL Malaysia-Komitee eine permanente Sperre gegen die Organisation ausgesprochen. Grund dafür sind ausstehende finanzielle Verpflichtungen, die laut Liga bereits seit Oktober nicht geklärt werden konnten.
Damit setzt die Liga ein deutliches Zeichen – und das ausgerechnet in einer Phase, in der sich MPL Malaysia strukturell neu aufstellt und in Richtung Franchise-Modell bewegt.
Offene Schulden, Vertragsbrüche und Funkstille
Laut dem offiziellen Statement geht es nicht nur um unbezahlte Beträge, sondern auch um mehrere Vertragsverletzungen während MPL Malaysia Season 15 und Season 16. Besonders schwer wiegt dabei, dass das Komitee den Teambesitzer offenbar über einen längeren Zeitraum nicht erreichen konnte.
Auf Basis des Penalty Index B folgte deshalb die härteste mögliche Maßnahme: eine dauerhafte Sperre. Der Besitzer von Aero Esports darf künftig weder ein Team anmelden noch in irgendeiner Form innerhalb des MLBB-Ökosystems operieren.
Die Liga selbst betont, dass man bei finanziellen Vergehen keinerlei Spielraum lässt. Spielerschutz und Professionalität stünden über allem – und genau daran habe es in diesem Fall gefehlt.
Spieler werden freigestellt, Preisgeld teilweise ausgezahlt
Um zumindest die direkten Folgen für Spieler und Staff abzufedern, greift MPL Malaysia zu einer ungewöhnlichen, aber klaren Maßnahme. Ein Teil des für Season 16 vorgesehenen Preisgeldes in Höhe von rund 100.000 US-Dollar wird genutzt, um bestätigte ausstehende Zahlungen zu decken.
Gleichzeitig sind alle Spieler offiziell als Free Agents freigestellt und dürfen sofort Gespräche mit anderen Organisationen führen. Für viele ist das vermutlich die einzige gute Nachricht in einem ansonsten ziemlich harten Cut.
Von Red Esports zu Aero – und jetzt das Aus
Aero Esports, früher unter dem Namen Red Esports bekannt, war seit 2020 Teil der MPL. Der Einstieg erfolgte über die Qualifier zur Season 6, danach pendelte das Team meist im soliden Mittelfeld der Liga.
Mehrere Top-6-Platzierungen prägten die Jahre, die besten Resultate waren jeweils ein vierter Platz in Season 7 und Season 15. Auch in der jüngsten Season 16 landete das Team im oberen Mittelfeld – sportlich also kein Totalausfall, organisatorisch aber offenbar zunehmend instabil.
MPL Malaysia vor dem Franchise-Umbruch
Die Sperre trifft die Liga zu einem heiklen Zeitpunkt. Nach Abschluss von Season 16 wird MPL Malaysia auf ein Franchise-System umstellen, ähnlich wie es bereits in Indonesien und den Philippinen umgesetzt wurde. Statt Auf- und Abstieg sollen feste Slots langfristige Planungssicherheit schaffen.
Mit dem Aus von Aero Esports entsteht nun allerdings eine Lücke. Eine Ersatzorganisation wurde bislang nicht bekanntgegeben. Klar ist nur: Wer künftig Teil der Liga sein will, muss nicht nur spielerisch liefern, sondern auch finanziell und strukturell sauber arbeiten.
Gerade im Hinblick auf das Franchise-Modell wirkt der Fall wie ein Warnschuss. Stabilität ist kein Buzzword mehr, sondern Voraussetzung. Und MPL Malaysia macht unmissverständlich klar, dass sie bereit ist, Konsequenzen zu ziehen.