Wenn in der Szene über ausstehende Preisgelder gesprochen wird, ist die Stimmung sofort angespannt. Genau das ist zuletzt passiert, als Graham “Messioso” Pitt, Manager bei Complexity Gaming, öffentlich machte, dass mehrere Organisationen offenbar seit längerer Zeit auf Auszahlungen aus Turnieren von FISSURE warten. Fristen seien verstrichen, Rückmeldungen rar gewesen – ein Vorwurf, der schnell Wellen geschlagen hat.
FISSURE hat darauf reagiert. Und versucht, die Lage einzuordnen.
Wenn Preisgelder zum Nerventhema werden
Messiosos Aussage traf einen wunden Punkt. Er sprach davon, dass es aktuell extrem schwierig sei, überhaupt Zahlungen für vergangene Turniere zu erhalten. Mehrere Teams hätten Probleme, Antworten zu bekommen, während zugesagte Summen weiterhin offen seien. Das ist kein kleines PR-Problem, sondern etwas, das direkt in den Alltag von Organisationen eingreift.
Gerade abseits der absoluten Top-Tier-Strukturen sind Preisgelder kein netter Bonus, sondern fest einkalkuliert. Sie finanzieren Reisen, Bootcamps, Staff, manchmal schlicht den nächsten Monat. Wenn dieses Geld nicht kommt, wird es schnell eng – und das Vertrauen leidet.
FISSURE spricht von Verzögerungen, nicht von Ausfällen
In seiner Stellungnahme bestätigt FISSURE, dass es aktuell Probleme gibt, widerspricht aber der Darstellung, dass Zahlungen grundsätzlich ausbleiben sollen. Laut dem Veranstalter handele es sich um vorübergehende Schwierigkeiten mit der Zahlungsinfrastruktur und bankseitigen Abläufen. Man arbeite aktiv an einer Lösung und stehe bereits in direktem Austausch mit Messioso, um die offenen Punkte zu klären.
Zu konkreten Summen oder einzelnen Fällen äußerte sich FISSURE nicht. Begründet wurde das mit Vertraulichkeit. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, dass alle finanziellen Verpflichtungen gegenüber Teams erfüllt werden sollen, sobald die internen und externen Prozesse wieder reibungslos laufen.
Alte Gerüchte, neue Aufmerksamkeit
Ganz neu ist das Thema nicht. Schon zuvor gab es vereinzelt Gerüchte rund um mögliche finanzielle Schwierigkeiten, die FISSURE damals zurückgewiesen hatte. Dass die Diskussion nun erneut aufflammt, kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt. Turnierveranstalter stehen stärker denn je unter Beobachtung, wenn es um Zuverlässigkeit, Transparenz und Planungssicherheit geht.
Ein weiteres Event aus dem Hause FISSURE steht bereits im Raum. Spätestens dann wird sich zeigen, ob die aktuellen Probleme tatsächlich nur ein temporärer Stolperstein waren – oder ob sie ein größeres Fragezeichen hinterlassen.
Bis dahin bleibt für viele Teams vor allem Unsicherheit. Und die Hoffnung, dass aus angekündigten Zahlungen bald wieder reale Überweisungen werden.