Die Berliner Esports-Organisation Berlin International Gaming (BIG) hat mit Project Breach eine neue Initiative für weibliches Counter-Strike 2 angekündigt. Das Projekt füllt eine Lücke, die seit der Einstellung der ESL Impact League im Oktober 2025 klafft.
Während Valve schweigt und andere Veranstalter zögern, geht eine deutsche Organisation in die Offensive.aus
Nach ESL Impact: Wer übernimmt die Verantwortung?
ESL FACEIT Group hatte die ESL Impact League nach acht Saisons eingestellt. Die offizielle Begründung: Das wirtschaftliche Modell sei nicht nachhaltig. Was blieb, war ein kompetitives Vakuum. Die größte und am besten finanzierte Liga für weibliches CS2 war weg, und niemand hatte einen Ersatzplan.
Die JB Pro League Female Season 1 versuchte Anfang 2026, einen Teil der Lücke zu füllen, doch die Preisgelder dort reichen nicht aus, um professionellen Spielerinnen eine Existenzgrundlage zu bieten.
Mehrere Organisationen hatten 2025 ihre weiblichen Rosters aufgelöst. Ghost Gaming stellte sein Team ein. Sponsoren zogen sich zurück, Spielerinnen beendeten Karrieren, weil die finanzielle Grundlage fehlte. In diesem Umfeld wirkt BIGs Ankündigung wie ein Statement, das über reine PR hinausgeht.
BIG EQUIPA als Fundament, GreenMedical als Partner
BIG betreibt mit BIG EQUIPA bereits eines der erfolgreichsten weiblichen CS2-Teams weltweit. Die Spielerinnen gewannen die ESL Impact Season 8, wurden von HLTV als Women’s Team of the Year 2025 ausgezeichnet, und ASTRA erhielt den Titel der Women’s Player of the Year.
Das Team ging 2026 mit einem neuen Roster in die Saison: ASTRA, Hanka und Emmsan blieben, aiM und sosya kamen dazu.
Project Breach geht über das Team hinaus. Details sind noch spärlich, doch der dreiminuete Trailer auf den sozialen Medien der Organisation verweist explizit auf das Ende von ESL Impact und deutet eine breitere Initiative an.
GreenMedical, ein Anbieter digitaler Gesundheitsdienstleistungen und bereits Partner von BIG, ist als Kooperationspartner benannt. Weitere Informationen sollen in den kommenden Wochen folgen.
Valve spielt nicht mit
Was Project Breach nicht ändern kann: Valves Haltung. Der Publisher bietet weder eigene weibliche Turnierformate noch geschlechtsspezifische Server in Competitive oder Premier an. VALORANT hat mit VCT Game Changers ein etabliertes Ökosystem für marginalisierte Geschlechter. Riot investiert aktiv. Valve lässt Dritte machen und schaut zu.
FACEIT betreibt weibliche Community-Hubs und hat Anfang 2026 mit der Non-Profit-Organisation Brace for Impact eine Partnerschaft geschlossen, um Frauen-Wettbewerbe in fünf Regionen zu organisieren. Aber das sind Pflaster, keine Strukturen.
Solange Valve kein Signal sendet, bleibt weibliches CS2 abhängig von Organisationen, die aus Eigenantrieb investieren. BIG tut das. Die Frage ist, wie lange es reicht, wenn der Publisher selbst die Veranstaltung für komplett optional hält.
Im Zweifelsfall lässt sich „Project Breach“ auch als Appell lesen. Der Name passt: Jemand muss die Bresche schlagen. Valve hat den Hammer, aber keine Lust.