Mercedes-Benz zieht sich aus der LPL zurück – und das ist kein Detail

Ben Touati
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Inhaltsverzeichnis
  1. Neue Partner, neue Prioritäten
  2. Der Preis des Erfolgs: Teams gehen, Sponsoren wanken
  3. Auswirkungen auf T1 und internationale Turniere
  4. Was kommt als Nächstes?

Seit 2018 prangte der Stern von Mercedes-Benz prominent auf der League of Legends Pro League (LPL). Das Unternehmen stieg 2019 sogar zum Hauptsponsor der chinesischen Topliga auf. Doch damit ist es nun vorbei: Laut einem Bericht des Esports Advocate erscheint Mercedes-Benz nicht mehr auf der offiziellen Sponsorenliste der LPL für die Saison 2026.

Neben der deutschen Automarke fehlen dort auch Oppo und Intel. Damit endet eine Partnerschaft, die acht Jahre lang das Bild der LPL geprägt hat.

Neue Partner, neue Prioritäten

TJ Sports, der Betreiber der LPL, präsentierte für 2026 lediglich sieben Sponsoren: den E-Commerce-Giganten Jing Dong, die Sportmodemarke Li-Ning, den Kondomhersteller Durex, den Elektroroller-Anbieter Skymotor, den Haushaltsgerätehersteller TCL, das Energiegetränk Warhorse sowie den Gaming-Stuhl-Produzenten AutoFull.

Das ist ein dramatischer Rückgang gegenüber dem Rekordjahr 2021, als noch fünfzehn Partner – darunter Mercedes-Benz, Nike, KFC, Lenovo Legion und Razer – an Bord waren.

Die Sponsorenliste 2026 spiegelt einen klaren Trend: Statt auf westliche Premiummarken zu setzen, orientiert sich die LPL zunehmend an inländischen Unternehmen aus den Bereichen Lifestyle, Technik und Gaming.

Der Preis des Erfolgs: Teams gehen, Sponsoren wanken

Der Sponsorenrückzug fällt zeitlich zusammen mit einer weiteren Zäsur im chinesischen League-of-Legends-Ökosystem. Die LPL startet 2026 nicht mehr mit sechzehn, sondern nur noch mit vierzehn Teams.

FunPlus Phoenix hat seinen Franchise-Slot bereits im Herbst 2025 an die Liga zurückverkauft. Royal Never Give Up verliert aufgrund massiver Schulden und eines Gerichtsurteils seine Lizenz.

Für FPX und RNG, die 2019 sogar das LPL-Finale bestritten, bedeutet das Ende ihrer Ära nicht nur einen sportlichen, sondern auch einen wirtschaftlichen Absturz. Die LPL muss nun ihr Format anpassen und gleichzeitig neue Investoren gewinnen.

Auswirkungen auf T1 und internationale Turniere

Der Rückzug von Mercedes-Benz betrifft nicht nur China. Das Logo des Autoherstellers verschwindet offenbar auch von den Trikots der koreanischen Organisation T1 – die Zweigstelle von Mercedes-Benz Korea hatte das Team seit 2023 gesponsert.

Ob die Partnerschaften bei globalen Riot-Turnieren wie dem Mid-Season Invitational oder den Weltmeisterschaften fortbestehen, ist unklar.

Die LPL gilt seit Jahren als lukrativer Markt, doch das Ende des Mercedes-Deals zeigt, dass selbst globale Premiummarken ihre Engagements überdenken, wenn sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern.

Was kommt als Nächstes?

Die Abschiede von FPX, RNG und nun auch Mercedes-Benz markieren den Beginn einer Konsolidierungsphase im chinesischen Esport. Für die LPL bedeutet das einerseits sinkende Einnahmen: Der Wegfall eines High-End-Sponsors wie Mercedes-Benz hinterlässt eine finanzielle und symbolische Lücke.

Andererseits entsteht Raum für lokale Marken, sich prominenter zu platzieren und so eine noch engere Verbindung zur chinesischen Community aufzubauen.

Die LPL verliert aber keinen Sponsor, sondern einen Maßstab. Und der lässt sich nicht so leicht durch einen neuen Schriftzug auf dem Banner ersetzen.

Ben Touati

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Ben Touati schreibt über Esports, Games und digitale Welten – mit einem Blick, der zwischen analytischem Tiefgang und nerdiger Begeisterung pendelt. Sein Background in Linguistik verleiht ihm ein feines Gespür für Sprache, Struktur und die kleinen Nuancen, die große Geschichten tragen. Ob aktuelle Entwicklungen im kompetitiven Gaming, neue Trends oder Arnold Schwarzeneggers Englisch: Ben liefert Einordnungen mit Substanz – immer durchzogen von Popkultur-Referenzen, filmreifen Metaphern und dem leisen Verdacht, dass das alles irgendwie mit Buffy the Vampire Slayer und Watchmen zu tun hat.
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