VCT-Zyklus endet 2026: 30 Teams kämpfen um ihre Slots

Ben Touati
calendar-icon
Inhaltsverzeichnis
  1. Slot gekauft, Bestandsschutz nicht im Lieferumfang
  2. Der Performancecheck, der früher nie gebisseas Goodwilln hat
  3. Publisher hat Draftrecht, Teams haben Hoffnung
  4. Zwölf Monate bis zum Ablaufdatum
  5. Fazit

Ende 2026 läuft der erste VCT-Partnerzyklus aus. Alle 30 franchisierten Teams in EMEA, Americas und Pacific müssen neu verhandeln. Riot kann Slots streichen, vergeben oder neu strukturieren.

Parallel kündigt der Publisher für 2027 ein „semi-offenes“ System an. Wer bleibt und wer geht, das ist noch offen. Die Entscheidungen fallen in wenigen Monaten.

Slot gekauft, Bestandsschutz nicht im Lieferumfang

2023 zahlten 30 Organisationen für einen Platz im VCT. Die genaue Summe ist nie offiziell bestätigt worden, bewegt sich laut Branchenberichten aber im niedrigen bis mittleren einstelligen Millionenbereich pro Slot.

Dazu kamen Infrastruktur-Anforderungen, Spielergehälter, Produktionskosten. Vier Jahre lang garantierte dieser Eintritt eine Beteiligung an der Revenue-Sharing-Maschinerie, die 2025 über 100 Millionen Dollar ausschüttete.

Ab 2027 gilt das nicht mehr automatisch.

Riot hat klar kommuniziert: Die Verträge enden, eine Verlängerung ist keine Selbstverständlichkeit. Leo Faria, Global Head of VALORANT Esports, sprach im vergangenen Jahr davon, die Anzahl der Partner-Teams möglicherweise zu reduzieren.

Gleichzeitig soll das System „halboffener“ werden. Challengers-Teams bekommen realistischere Wege nach oben, Tier-1-Teams verlieren ihren exklusiven Status als festes Inventar.

Der Performancecheck, der früher nie gebisseas Goodwilln hat

Leistungsreviews finden jährlich statt. Auf dem Papier bedeutet das: Wer schlecht performt, riskiert seinen Platz. In der Praxis war das lange ein stumpfes Instrument. Keine Organisation verlor bisher einen VCT-Slot durch schlechte Ergebnisse allein.

2027 könnte das anders aussehen. Riot hat die Messlatte verändert: Für 2026 gilt erstmals ein Format, in dem Challengers-Teams direkt zu Champions qualifizieren können. Das ist keine Goodwill-Geste, das ist ein Test. Ein Test dafür, ob das Ökosystem funktioniert, wenn die Grenzen zwischen Tier 1 und Tier 2 durchlässiger werden.

Für franchisierte Teams bedeutet das Druck. Wer seinen Slot nicht mit Leistung, Reichweite und regionaler Relevanz rechtfertigen kann, hat ein Problem, egal wie viel er 2023 gezahlt hat.

Publisher hat Draftrecht, Teams haben Hoffnung

Besonders heikel: Der Publisher sitzt am längeren Hebel. Riot entscheidet, welche Teams ein Angebot bekommen. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Verlängerung. Orgs, die investiert haben, sind auf den guten Willen des Publishers angewiesen, auf dessen Einschätzung, wer den VCT in die nächste Phase trägt.

Das ist kein neues Problem, aber 2026 wird es konkret. Teams aus EMEA, Americas und Pacific stehen vor ähnlichen Fragen: Wie viel ist ein Slot noch wert, wenn das System sich öffnet? Und was passiert mit Organisationen, die stark in Infrastruktur investiert haben, aber wettbewerblich nur im Mittelfeld pendeln?

Gerüchte über eine Neustrukturierung der Americas-Region kursieren seit Monaten. Riot hat einen Bericht über eine separate brasilianische Liga als falsch bezeichnet, aber gleichzeitig bestätigt, dass Änderungen kommen. Was genau, verrät man noch nicht.

Zwölf Monate bis zum Ablaufdatum

Was sich abzeichnet: 2027 wird der VCT kein Schnitt, aber ein Umbau. Das Franchise-Modell bleibt in modifizierter Form bestehen. Die Zahl der Partner-Teams könnte sinken. Neue Orgs könnten einsteigen, alte könnten rausfallen.

Für die Branche ist das eine Zäsur. Das Versprechen von 2023, Stabilität gegen Investition, wird neu definiert. Organisationen, die auf langfristige Planbarkeit gesetzt haben, müssen ihre Kalkulation überarbeiten.

Das Fenster für Entscheidungen ist eng. Der laufende VCT-Kalender lässt kaum Raum für strategische Gespräche. Und Riot kommuniziert selektiv. Faria gibt Richtungen vor, Details folgen wenn überhaupt kurz vor Bekanntgabe.

Wer Ende 2026 keinen neuen Vertrag hat, hat keinen Platz. Das ist die einzige feste Aussage in einem Prozess, der von Unklarheit lebt.

Fazit

Das Franchise-Modell hat dem Esports Stabilität versprochen. Jetzt zeigt sich, dass „Stabilität“ immer nur auf vier Jahre befristet war, und die nächste Laufzeit Verhandlungssache ist. Klingt nach einem normalen Geschäft. Ist es auch. Nur hat das 2023 nicht jeder so gehört.

Ben Touati

Autor
  • linkedin-icon
Ben Touati schreibt über Esports, Games und digitale Welten – mit einem Blick, der zwischen analytischem Tiefgang und nerdiger Begeisterung pendelt. Sein Background in Linguistik verleiht ihm ein feines Gespür für Sprache, Struktur und die kleinen Nuancen, die große Geschichten tragen. Ob aktuelle Entwicklungen im kompetitiven Gaming, neue Trends oder Arnold Schwarzeneggers Englisch: Ben liefert Einordnungen mit Substanz – immer durchzogen von Popkultur-Referenzen, filmreifen Metaphern und dem leisen Verdacht, dass das alles irgendwie mit Buffy the Vampire Slayer und Watchmen zu tun hat.
Komplette Bio lesen
ESI Bewertungs System
Wir haben ein spezielles Bewertungssystem entwickelt, welches direkt zeigt, wie gut die einzelnen Glücksspielplattformen wirklich sind. Dank langjähriger Expertise wissen wir, welche Faktoren am wichtigsten sind und testen daher jede Plattform nach der gleichen Methodik. Hierbei bewerten wir jede Plattform anhand der folgenden Kriterien:
  • A-Tier (Silber) Hochwertige Websites, die ein erstklassiges Erlebnis bieten. Sie zeichnen sich durch starke Leistung, nützliche Funktionen und zuverlässigen Support aus. Sie sind fast perfekt.
  • B-Tier (Bronze) Solide Plattformen, die einen Blick wert sind. Sie sind sicher, machen Spaß und sind funktional, verfügen jedoch möglicherweise nicht über erweiterte Funktionen oder weisen kleinere Nachteile auf.
  • S-Tier (Gold) Die absolute Elite. Diese Anbieter gehen weit über den Standard hinaus und bieten lukrative Boni, lohnende Werbeaktionen, blitzschnelle Auszahlungen und insgesamt ein makelloses Erlebnis.
Weitere Informationen darüber, wie wir Glücksspielanbieter bewerten, findet man unter Wie wir Wett- und Casinoseiten bewerten.