„Super Smash Bros.“ keine Zukunft mehr in Programm von Evo

Nicole Mark
calendar-icon
Inhaltsverzeichnis
  1. „Smash“ aus dem Evo-Programm gestrichen: Fluch und Segen zugleich
  2. Die Evo ist zu all dem geworden, was Smash hasst
  3. Evo und Smash passen nicht mehr zusammen
Stephen Sylvanie/USA Today
Image credit: Stephen Sylvanie/USA Today

Das Verheerendste, was der „Super Smash Bros.“-Community je widerfahren ist, war Nintendos Entscheidung, die „Smash“-Spiele von der Evo zurückzuziehen.

Die Evo war früher eine der größten Bühnen für die talentierte, hart umkämpfte und leidenschaftliche Esport-Szene von Smash. Profis, die nach ihrem Sieg auf der Bühne weinten oder Smash-Spieler, die während des Wii U-Finales wegen eines langweiligen Bayonetta-Spiegelduells buhten, was dazu führte, dass diese Spieler absichtlich nicht spielten, sondern nur Zeit schindeten und sich gegenseitig verspotteten … Das sind einige der unvergesslichsten Momente in der Geschichte der Evo.

Die Smash-Szene hat häufig Mühe, ein Preisgeld zu sichern, das mehr wert ist als die Flugkosten zum Turnier, daher mag es wie ein großer Verlust erscheinen, dass sie keinen Platz mehr bei der Evo hat. Insider denken jedoch, dass diese Entscheidung auch ihr Gutes hat und die Smash-Szene sogar stärken könnte.

Hungrybox gewinnt Evo
Hungrybox gewinnt Evo

„Smash“ aus dem Evo-Programm gestrichen: Fluch und Segen zugleich

Die „Smash“-Esport-Community geriet kollektiv aus dem Häuschen, als bekannt gegeben wurde, dass das Spiel ab 2022 nicht mehr im Evo-Programm vertreten sein würde.

Die Nachricht wurde von den Turnierveranstaltern auf X (ehemals Twitter) veröffentlicht, die erklärten, dass dies darauf zurückzuführen sei, dass die ehemals unabhängige Serie von Sony übernommen worden sei. Nintendo sah darin offenbar einen Konflikt und forderte, dass seine Spiele aus dem Programm genommen werden sollten.

Früher veranstaltete die Evo eines der größten Smash-Turniere des Landes. Der Preispool betrug mehr als 100.000 $. Es war zweifellos der Höhepunkt für alle Profis, die sich bei großen Turnieren im ganzen Land die Rangliste hinaufgekämpft hatten. Nintendos Entscheidung, Smash von der Evo zu streichen, war daher ein schwerer Schlag.

Zu diesem Zeitpunkt arbeitete Nintendo mit Panda Global zusammen, um eine eigene offizielle Smash-Turnierserie aufzubauen. Es wäre das erste Mal gewesen, dass Nintendo sich in der Smash-Esport-Szene engagiert hätte, was bedeutet hätte, zum ersten Mal überhaupt Unterstützung zu erhalten. Dies ist offensichtlich gescheitert.

Zwar ist es möglich, dass Nintendo sich wegen Sony zurückgezogen hat oder weil es eine eigene Turnierserie plante (zu der es damals noch keine Informationen gab), doch aller Wahrscheinlichkeit nach war Nintendo ohnehin darüber empört, dass Smash bei der Evo vertreten war. Das Unternehmen ist seit Jahrzehnten gegen den „Smash“-Esport, versucht aktiv, Turniere zu unterbinden, verschickt Unterlassungserklärungen an Online-Turniere und LAN-Events, verbietet den Verkauf von Merchandise, das von Nintendo-IPs inspiriert ist, und untersagt es Turnieren, Nebenveranstaltungen für „Project M“ zu veranstalten.

Juan „Hungrybox“ DeBiedma hat bei Preisverleihungen öffentlich „F*** Nintendo“ gerufen und damit die Entrüstung der Community über die mangelnde Unterstützung zum Ausdruck gebracht. Es gibt auch einen Nintendo-Diss-Track von Kashan „Chillindude“ Khan. Doch ganz gleich, wie oft Nintendo versucht hat, die Esport-Szene zu stören – die Profis haben durchgehalten.

Die Evo ist zu all dem geworden, was Smash hasst

Beharrlichkeit, Durchhaltevermögen, Verbissenheit und Entschlossenheit sind es, die die Smash-Szene einzigartig machen. Es ist inzwischen nicht davon auszugehen, dass es dafür bei der Evo noch einen Platz gibt, vor allem angesichts der aktuellen Entwicklungen.

Evo galt dank seiner Geschichte und Größe lange Zeit als das prestigeträchtigste Fighting-Game-Event aller Zeiten. Es war eine Bewährungsprobe und ein Treffpunkt für die Community von Fighting-Game-Spielern aus verschiedenen Titeln, von „Mortal Kombat“ über „Street Fighter“ bis hin zu „Super Smash Bros. Melee“. Wenn man Teil einer solchen Nischenszene ist (selbst nach Esport-Maßstäben), fühlte es sich wie eine wichtige Pilgerreise an, es zur Evo zu schaffen. Es war ein Ort, an dem man das Gefühl hatte, endlich dazuzugehören, an dem jeder er selbst sein konnte und das feiern durfte, was er liebt.

Das änderte sich (zumindest in den Augen der FGC), als RTS, ein saudiarabisches Unternehmen, die Evo Anfang 2026 aufkaufte. Zwar versprachen sie, dass der Fokus der Evo auf die Community unverändert bleiben würde, doch die FGC konnte nicht umhin, die Idee zu kritisieren, die Evo auf sieben Veranstaltungen pro Jahr auszuweiten. Ähnlich wie beim Esports World Cup hatte man das Gefühl, dass saudiarabische Interessen versuchten, die Evo in ein Spektakel zu verwandeln, anstatt sie als das zu belassen, was sie war: eine echte Nischenveranstaltung. Dieses Gefühl bestätigte sich, als beliebte Streamer zur Veranstaltung eingeladen wurden.

Die FGC würde lieber sterben, als sich dem peinlichen Mainstream auszusetzen. Wo bleibt die Ungeschliffenheit? Die Authentizität? Die Evo war nie als Ort gedacht, an dem „Normies“ Chipotle-Werbespots anschauen. Das mag ein wenig nach „Gatekeeping“ klingen, das ist jedoch die Folge davon, dass es sich um eine Nischenszene handelt, die jahrzehntelang ums Überleben gekämpft hat. Es vermittelt ein Gefühl von Stolz, Durchhaltevermögen, Echtheit …

Als Ludwig Ahgren auf die Bühne ging und sagte, dass „Street Fighter“ keine Zuschauer habe, bestätigte das nur, was die FGC befürchtete: Niemand sonst versteht es.

Evo und Smash passen nicht mehr zusammen

„Smash“ ist wahrscheinlich die raueste und authentischste aller FGC-Spiele. Man kann argumentieren, dass es auch das stinkendste ist oder die meisten Perversen hat. Oder vielleicht noch einwerfen, dass es das meiste Drama bietet. Es geht nicht darum, dem zuzustimmen oder zu widersprechen. Die Tatsache bleibt bestehen, dass Smash zu echt für die Evo ist.

Nun, da die Evo beschlossen hat, auf Mainstream-Zuschauer zu setzen und weltweit zu expandieren, ist es nicht mehr glaubwürdig, dass sie der passende Ort für Smash ist. Fans mochten die Evo in Las Vegas, obwohl es weniger Leute, mehr Werbung und mehr Streamer gab. Die 2XKO-Top-8-Runde und das Invincible-Finale waren unglaublich. Aber die Evo ist ein Ort für Networking, Kontakte, Unternehmen …

Jeder große Publisher war auf der Evo vertreten und hat eigene Räume im Kongresszentrum belegt. Sie waren dort, um Demos zu veranstalten und Journalisten und Medienvertretern Interviews zu geben. Im Hauptbereich konnten Besucher an riesigen Ständen kommende Titel testen. Kurzum: die Evo ist eine Veranstaltung für Unternehmen, die ihre Esport-Szene ausbauen wollen.

Nintendo verfolgt diesen Weg nicht. Daher gibt es für „Smash“ bei der Evo keinen Platz mehr. Es ist zu basisorientiert, zu unabhängig und zu unberechenbar. Zwar ist die FGC kleiner als bei anderen Esport-Titeln, doch bei den größeren Titeln herrscht dennoch ein gewisses Maß an Organisation, an Professionalität und an Erwartungen.

Smash mag nicht unprofessionell sein, allerdings ist es ist zu roh und zu authentisch für das neue Umfeld der Evo. Ein ganzes Stadion, das ein langweiliges Grand-Finals-Match ausbuht, würde bei der Evo nicht funktionieren, wo künstlicher Hype die neue Norm ist. Wenn Hungrybox einen Stuhl wirft oder Cody Schwab im Livestream einen Apfel isst und sich anschließend die Zähne putzt, würde das nicht das polierte Image vermitteln, das die Evo anstrebt.

Man kann argumentieren, dass Smash-Spieler und -Fans sich den Wünschen der Evo anpassen könnten. Allerdings ist es sinnlos, sich zu verbiegen. Gerade diese Ungeschliffenheit und Echtheit machen Smash so einzigartig. Man wird nicht erleben, dass der beste „Tekken 8“-Spieler einem im VIP-Bereich anvertraut, dass das Publikum ihn hasst. Sie werden nicht einmal mit einem sprechen, wenn kein PR-Mitarbeiter dabei ist. „Smash“ ist etwas völlig anderes und sollte nicht in ein Schema gezwängt werden.

Derzeit vermitteln Turniere wie die Smash Con, GENESIS und Port Priority einen ganz eigenen Zauber von „Super Smash Bros.“. Es gibt keinen Grund, diesen Zauber bei der Evo zu verwässern – abgesehen von einem höheren Preisgeld. Es ist erwartbar, dass die Profis bezahlt werden, allerdings wird es nicht dasselbe Gefühl vermitteln wie die anderen Turniere. Wenn das für manche Profis einen höheren Preispool wert ist, ist das dennoch nachvollziehbar.

Im Fazit bleibt festzuhalten, dass sich die Evo zu all dem entwickelt, was der Smash-Esport hasst.

Nicole Mark

Autor
Nicole arbeitet nach ihrem Studium der Germanistik, Kunst- und Filmgeschichte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg bereits seit 2013 als freiberufliche Content Managerin, Übersetzerin und Texterin . Zudem ist sie als Designerin und WP,- Audio- und Video-Editorin tätig und betreut Personen des öffentlichen Lebens als PR- und Marketing-Managerin. Für Esportsinsider sorgt Nicole dafür, dass unsere Guides und Artikel auch für deutsche Leser präzise, verständlich und leserfreundlich sind.
Komplette Bio lesen
ESI Bewertungs System
Wir haben ein spezielles Bewertungssystem entwickelt, welches direkt zeigt, wie gut die einzelnen Glücksspielplattformen wirklich sind. Dank langjähriger Expertise wissen wir, welche Faktoren am wichtigsten sind und testen daher jede Plattform nach der gleichen Methodik. Hierbei bewerten wir jede Plattform anhand der folgenden Kriterien:
  • A-Tier (Silber) Hochwertige Websites, die ein erstklassiges Erlebnis bieten. Sie zeichnen sich durch starke Leistung, nützliche Funktionen und zuverlässigen Support aus. Sie sind fast perfekt.
  • B-Tier (Bronze) Solide Plattformen, die einen Blick wert sind. Sie sind sicher, machen Spaß und sind funktional, verfügen jedoch möglicherweise nicht über erweiterte Funktionen oder weisen kleinere Nachteile auf.
  • S-Tier (Gold) Die absolute Elite. Diese Anbieter gehen weit über den Standard hinaus und bieten lukrative Boni, lohnende Werbeaktionen, blitzschnelle Auszahlungen und insgesamt ein makelloses Erlebnis.
Weitere Informationen darüber, wie wir Glücksspielanbieter bewerten, findet man unter Wie wir Wett- und Casinoseiten bewerten.