Nach dem Kickoff-Event haben Spieler und Coaches öffentlich Zweifel an der Wettbewerbsintegrität der Liga geäußert. Jake Sin, Head of VALORANT Esports Pacific, hat sich nun dazu geäußert – und bestätigt, dass Riot Games die Vorwürfe untersucht.
„Wir nehmen diese Anschuldigungen sehr ernst, da sie die Wettbewerbsintegrität unserer Liga betreffen, deshalb untersuchen wir sie so umfassend wie möglich“, schrieb Sin auf X. „Auch wenn es frustrierend sein kann, nicht sofort Maßnahmen zu sehen, bitte ich um Geduld, während wir die Situation gründlich prüfen.“
Gleichzeitig betonte er, dass mögliche Regelverstöße direkt und mit belastbaren Beweisen an Riot gemeldet werden sollten.
„Es ist uns unglaublich wichtig, dass sich unsere Mitglieder sicher fühlen, wenn sie Bedenken äußern. Gleichzeitig ist es ebenso wichtig, dass Behauptungen über Verstöße gegen die Wettbewerbsintegrität direkt an die Ligaverantwortlichen mit fundierten Belegen gemeldet werden, damit wir eng zusammenarbeiten und sie effektiv sowie schnell klären können.“
Auslöser: RRQ gegen Paper Rex
Die Diskussion nahm nach dem Lower Final zwischen RRQ und Paper Rex Fahrt auf.
RRQ-Spieler Maksim ‘Jemkin’ Batorov kritisierte öffentlich mehrere Situationen rund um Turnieradmins und Regelumsetzung. „Ich finde, wir müssen ansprechen, wie die Admins bei diesem Kickoff arbeiten. Zum Beispiel war Nongshim in unserem ersten Spiel 18 Minuten zu spät, und es gab keine Strafe“, sagte er.
Er sprach außerdem über angebliche Regelverstöße von T1. „Mir ist egal, ob ich das sagen darf oder nicht, aber sie rauchen oder vapen immer auf den Toiletten. Spieler bekommen nie Strafen, aber wenn jemand von uns irgendwo rauchen geht, werden wir immer bestraft.“
Auch während des Lower Finals selbst habe es Unstimmigkeiten gegeben. „Das erste Mal haben sie einen Agenten falsch gewählt, und das zweite Mal haben sie vergessen, das Veto freizuschalten. Davor wurde uns in jedem Spiel gesagt, wenn wir das Veto nicht freischalten, ist es immer unsere Schuld und wir bekommen eine Strafe“, erklärte Jemkin.
Er deutete zudem an, dass populärere oder koreanische Teams möglicherweise bevorzugt würden. „Manchmal ist diese Bevorzugung – oder ich weiß nicht genau, welches Wort ich benutzen soll – ein bisschen verrückt gegenüber koreanischen Teams und populäreren Teams.“
Ein weiterer Vorwurf betraf die Headsets auf der Bühne. Jemkin forderte öffentlich, die Einstellungen anzupassen, da Spieler angeblich koreanische Caster Wort für Wort hören konnten. Der entsprechende Tweet wurde später gelöscht.
FrosT legt nach
Die Debatte wurde erneut befeuert, als Global-Esports-Coach Hector ‘FrosT’ Rosario in Episode 50 von Andrej ‘babybay’ Francistys SpikeTalk-Podcast Stellung bezog.
Er verglich die Reaktionen verschiedener Ligen: „Wenn TenZ oder Derke etwas ansprechen, reagieren ihre Ligen ganz anders als VCT Pacific“, sagte FrosT. „Anstatt einem Spieler zuzuhören, der sonst nicht laut ist und jetzt seinen Frust äußert, heißt es: ‚Nimm den Tweet runter, kehr es unter den Teppich.‘ Das hier ist Mickey Mouse, und ich habe ehrlich gesagt keine Lust mehr, dagegen anzukämpfen.“
Bezüglich der Rauch-Vorwürfe ergänzte er, dass RRQs ehemaliger Head Coach Martin ‘Ewok’ van der Walt für ein ähnliches Vergehen bereits bestraft worden sei. „T1 ist sehr speziell. Glaub mir, wenn ich sage, T1 ist sehr speziell. Die Bevorzugung hier für T1 ist verrückt“, so FrosT.
Im Podcast wurde zudem ein Bild von Ko ‘Sylvan’ Young-sub gezeigt, auf dem er sein Headset offenbar nicht korrekt trug – was theoretisch dazu führen könnte, dass Spieler Caster-Ansagen hören.
„Es ist in so vielen verschiedenen Spielen passiert, und ich kann noch mehr Bilder zeigen. Es ist mir egal“, fügte FrosT hinzu.
Weitere Themen reichten von angeblich einsehbarem Publikum für Coaches über manipulierte Gruppenauslosungen bis hin zu Admins, die bestimmte Teams schützen würden.
Mit Stage 1 vor der Tür wollte Jake Sin offenbar ein Signal setzen: Die Liga hört zu. Doch bis Ergebnisse der Untersuchung vorliegen, bleibt die Stimmung angespannt – bei Teams ebenso wie bei Fans.