LPL‑Leak: Draft‑System soll Spieler an den Meistbietenden binden

Ben Touati
Jasmin Bosley
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Inhaltsverzeichnis
  1. Wie der angebliche Draft funktionieren soll
  2. Motivation und mögliche Folgen
  3. Ein Markt im Umbruch
  4. Fazit
Image credit: Riot Games

Gerüchte aus China erschüttern die League of Legends Pro League (LPL): Ab 2026 könnte ein Auktionssystem eingeführt werden, bei dem Spieler nicht mehr frei wählen dürfen, sondern an den Höchstbietenden gehen.

Wer das Angebot verweigert oder nicht am Draft teilnimmt, droht mit einem Zwei‑Split‑Bann. Ziel ist angeblich, Gehaltsauswüchse zu dämpfen – doch die Kritik ist laut.

Wie der angebliche Draft funktionieren soll

Spieler werden künftig in ein zentrales Bietungsverfahren aufgenommen. Teams geben Angebote ab; das höchste Gebot erhält den Zuschlag. Die erste Gebotsrunde muss mindestens 70 % des Salary Cap betragen.

Wenn mehrere Angebote nah beieinanderliegen, entscheidet ein Punktesystem, das internationale Erfolge und Leistungen im Development‑League‑System (LDL) berücksichtigt. Spieler, die weniger als zwei Best‑of‑Three‑Serien im vorherigen Split bestritten haben, dürfen weiterhin frei verhandeln.

Laut den Gerüchten sollen Spieler, die nicht zum Entwurf erscheinen oder das ihnen zugewiesene Team ablehnen, für zwei Splits gesperrt werden. Dies erinnert an Draft‑Systeme aus traditionellen Sportarten wie der NBA, würde aber die Autonomie der Profis massiv einschränken.

Motivation und mögliche Folgen

Die LPL leidet seit Jahren unter explodierenden Gehältern, sinkender Zuschauerresonanz und stagnierenden internationalen Ergebnissen. 2024 verpassten chinesische Teams erstmals seit einem Jahrzehnt das Worlds‑Finale; 2025 holte kein LPL‑Team eine Medaille.

Mehrere Organisationen wie Rare Atom, FunPlus Phoenix und Royal Never Give Up verkauften ihre Slots oder zogen sich wegen finanzieller Probleme zurück. Ein Leak deutet darauf hin, dass die Liga das Salary Cap von derzeit 10 Millionen RMB auf 7 Millionen senken will.

Befürworter argumentieren, das Draft‑System zwinge Teams zu verantwortungsvollerem Wirtschaften und verhindere Abwerbeschlachten. Kritiker sehen darin einen Eingriff in die Berufsfreiheit der Spieler.

In sozialen Medien wird diskutiert, ob Stars mit Top‑Geboten erzwungen werden könnten, für Teams ohne sportliche Perspektive anzutreten. Besonders umstritten ist die Sperrklausel, die Spieler bei Nichtannahme des Angebots für zwei Splits aus dem Wettbewerb verbannt.

Ein Markt im Umbruch

Die Gerüchte verbreiteten sich in einem Umfeld, in dem chinesische E‑Sport‑Organisationen unter Druck stehen. Die Rückkehr der LCS und CBLOL lässt das internationale Teilnehmerfeld schrumpfen; gleichzeitig sorgen die sinkenden Preisgelder in anderen Regionen für Unsicherheit.

Experten sehen die LPL‑Reformpläne als Versuch, Kosten zu kontrollieren und die Liga wieder konkurrenzfähig zu machen. Sollte das Draft‑System Realität werden, könnte es zu einer Welle chinesischer Spielertransfers in andere Regionen führen.

Bislang hat die LPL keine offizielle Stellungnahme abgegeben. Es bleibt unklar, ob der Leak eine konkrete Planung oder nur eine Idee darstellt. Fest steht: Das Thema ist brisant. Zumindest sorgt es jetzt schon dafür, dass die Off‑Season 2026 alles andere als geräuschlos verläuft.

Fazit

Ob Auktionsdraft oder nicht – der Leak zeigt, wie tief die LPL in der Krise steckt. Spieler als handelbare Objekte, Mindestgebote und Sperren: Klingt mehr nach Bazar als nach E‑Sport.

Man darf gespannt sein, ob dieser Plan im Verhandlungsraum verschwindet oder die LPL in eine neue Ära der Zwangszuordnungen führt.

Ben Touati

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Ben Touati schreibt über Esports, Games und digitale Welten – mit einem Blick, der zwischen analytischem Tiefgang und nerdiger Begeisterung pendelt. Sein Background in Linguistik verleiht ihm ein feines Gespür für Sprache, Struktur und die kleinen Nuancen, die große Geschichten tragen. Ob aktuelle Entwicklungen im kompetitiven Gaming, neue Trends oder Arnold Schwarzeneggers Englisch: Ben liefert Einordnungen mit Substanz – immer durchzogen von Popkultur-Referenzen, filmreifen Metaphern und dem leisen Verdacht, dass das alles irgendwie mit Buffy the Vampire Slayer und Watchmen zu tun hat.
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